Solothurn
Bürgerrat verkauft den Tüfelsburgwald nicht

Holzgeschäfte im weitesten Sinn beschäftigten an seiner letzten Sitzung schwergewichtig den Solothurner Bürgerrat. Dabei ging es zum einen um einen Waldverkauf, zum anderen um die Holznutzung im Sinn eines Energieträgers generell.

MArk A. Herzig
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Das Waldrevier «Tüfelsburg» befindet sich nahe Rüti bei Büren. (Themenbild)

Das Waldrevier «Tüfelsburg» befindet sich nahe Rüti bei Büren. (Themenbild)

Keystone

Seit einigen Jahren ist der allfällige Verkauf des Waldreviers «Tüfelsburg» nahe Rüti bei Büren ein Thema, führte Sergio Wyniger als Präsident der Bürgergemeinde Solothurn (BGS) in das Geschäft ein. Die Burgergemeinde Rüti bei Büren hat jetzt ein Kaufangebot unterbreitet, das ihren Vorstellungen entspricht. Der Bürgerrat stand nun vor dem Entscheid, dieses Angebot zu akzeptieren oder dem Antrag seiner Forstkommission zu folgen und auf einen Verkauf zu verzichten.

Seit Aufnahme der Verhandlungen 2011 habe sich vieles verändert, argumentierte die Forstkommission. Zwar liege ein gutes Angebot vor, jedoch sei eine sofortige Reinvestition (Realersatz) nicht möglich, da ein Neubau des Forstwerkhofes nicht dringlich sei. Zudem sei die Tüfelsburg einer der attraktivsten Wälder der BGS mit einem qualitativ hochstehenden Sortiment mit geringen Erntekosten. Der Bürgerrat entschied nach einiger Diskussion mit zehn zu einer Stimme, auf seinen Beschluss von 2011 zurückzukommen und den Tüfelsburgwald nicht zu verkaufen.

Engagement in der Holzenergie

Der Rundholzmarkt unterliegt grossen und schnellen Schwankungen, ausgelöst zum Beispiel durch Zwangsnutzungen etwa wegen Sturmschäden oder Käferbefall; zudem spielt der Frankenkurs eine erhebliche Rolle. Die Forstkommission der Bürgergemeinde Solothurn (BGS) ist der Ansicht, dass der Rohstoff Holz möglichst regional vermarktet werden sollte: Der regionale Markt ist gegenüber dem Ausland preisresistenter, ein grosser Teil der Wertschöpfung bleibt im Inland und der Ertrag wird durch kürzere Transportwege gesteigert.

Die Bürgergemeinde Solothurn beliefert in der Rolle eines Unterlieferanten verschiedene grössere Abnehmer. Die Forstkommission ist angesichts des vorhandenen Potenzials von Energieholz in den Wäldern überzeugt, dass zusammen mit anderen Forstbetrieben ein weiterer Wärmeverbund in der Grössenordnung jenes von Bellach beliefert werden könnte. Weitere Möglichkeiten sind erkannt, nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Projekt Weitblick.

Die Forstkommission ist der Meinung, dass sich die Bürgergemeinde eine Strategie zu diesem Thema erarbeiten sollte um ein mögliches neues Geschäftsfeld nicht zum Vornherein unbestellt zu lassen. Sie stellte deshalb den Antrag zur Bildung einer Arbeitsgruppe Energie. Diese erhält den Auftrag, die bestehende Situation zu beschreiben und auszuloten, inwieweit die Bürgergemeinde und ihr Forstbetrieb den Absatz von Energieholz ausbauen oder selbst als Energielieferant, allenfalls als Investor auf diesem Gebiet auftreten könnte. Mit einigen Präzisierungen hiess der Bürgerrat den Antrag gut und wählte in die AG Energie Präsident Sergio Wyniger, Gian-Andrea Lombris (Leiter Forstbetrieb) und Mathias Wälti als Forstkommissionspräsident.

Leitbilder und Einbürgerungen

Die Bürgergemeinde hat sich in den Jahren 1999 Leitbilder und 2008 Strategieleitsätze gegeben. Diese gelten heute noch als Grundlagen, sind jedoch zu umfangreich formuliert. Deshalb hat die Bürgerkanzlei ein zeitgemässes, handliches Leitbild für die gesamte Bürgergemeinde im Umfang von einer Seite vorgelegt. Dieses wurde vom Rat zustimmend zur Kenntnis genommen.
Im Weiteren hat er folgende Bürgerrechtsgesuche zu Handen der Bürgergemeindeversammlung im Dezember verabschiedet: Tuna Gence; Miroslava Hudakova mit dem Sohn Metis Abakay; Eva-Maria Kifmann; Ömer Kurnaz mit der Ehefrau Habibe und der Tochter Bahadir.