Solothurn
Bürgerrat sagt ja zu Wisenten in der Region

Der Wisent, die europäische Form des Bisons, ist in Zeitungsspalten und auf Radiowellen allgegenwärtig. Nun ist das Projekt seiner Wiederansiedlung im Thal erneut im Bürgerrat angelangt. Es galt, einen Nutzungsvertrag gutzuheissen.

Mark A. Herzog
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Der Wisent ist die europäische Variante des Bisons. Nun gibt die Bürgergemeinde Solothurn grünes Licht für ein Wiederansiedlungsversuch im Naturpark Thal.

Der Wisent ist die europäische Variante des Bisons. Nun gibt die Bürgergemeinde Solothurn grünes Licht für ein Wiederansiedlungsversuch im Naturpark Thal.

zvg

Der Verein Wisent Thal beabsichtigt, den Wisent in der Schweiz wieder anzusiedeln. Der Versuch würde im Thal auf Gelände der Bürgergemeinde Solothurn zu liegen kommen. Deshalb hat der Verein das Projekt im Mai 2017 ein erstes Mal im Bürgerrat vorgestellt. Dieser hat den Forstbetriebsleiter beauftragt, zusammen mit dem Verein einen Benutzungsvertrag auszuarbeiten, der dem Bürgerrat nun zur Verabschiedung vorlag.

Vorerst keine Auswilderung

Das Projekt hat sich verändert, es steht nicht mehr die Auswilderung im Zentrum. Die deklarierten Projektziele: «Mit einer gut überwachten und betreuten Wisentherde von 7 bis 20 Tieren soll während fünf Jahren in einem Grossgehege überprüft werden, ob Wisente als Wildtiere im Jura leben können und ob relevante land- und forstwirtschaftliche Schäden von dieser Tierart zu erwarten sind.»

Die Absicht dahinter: Die Bevölkerung der Region solle mit der weitgehend unbekannten Tierart Wisent vertraut gemacht werden.

«Falls sich die Schäden als wenig bedeutend erweisen, soll die Forstbetriebsgemeinschaft Hinteres Thal dafür gewonnen werden, einen Teil ihrer ans Versuchsgebiet angrenzenden Waldungen für ein nachfolgendes, grösserflächiges Experiment auf weitere fünf Jahre zur Verfügung zu stellen», heisst es weiter.

Im umfangreichen Vertrag zwischen Bürgergemeinde und Verein Wisent sind insbesondere die vier verschiedenen Zäune mit Durchfahrten und Durchgängen exakt umschrieben, damit Forststrassen und Wanderwege nicht behindert werden. Der Forstbetrieb bearbeitet die eingezäunte Fläche und anschliessende Gebiete möglichst so, wie er es auch ohne Anwesenheit von Wisenten täte.

Falls sich der Ansiedlungsversuch nicht wie erwartet entwickeln sollte, müssen Zäune, Tränken etc. durch den Verein Wisent Thal rückgebaut werden. Der Bürgerrat genehmigte den vorliegenden Nutzungsvertrag zwischen dem Verein Wisent Thal und der Bürgergemeinde einstimmig.

Sicherheit im Wald

Im Wald der Bürgergemeinde werden derzeit neun pädagogische Einrichtungen betrieben; sie werden im Hinblick auf ein besseres Verständnis für den Wald und seine positiven Wirkungen allseits begrüsst.

Der Bürgerrat hat nach weit ausgreifender Diskussion beschlossen, dass mit den pädagogischen Veranstaltern Vereinbarungen abzuschliessen seien, die vorab sicherheitstechnische Fragen enthalten. Auf eine Entschädigung betreffend Inwertsetzung des Waldes soll verzichtet werden.

Rats-Stenogramm

Im weiteren hat der Bürgerat...

- vom Aktionsplan 2019 Kenntnis genommen. Dieser sieht vor, das Konzept für einen «Waldpark Wengistein» zu erstellen, das weitere Vorgehen für Bellach Ost zu definieren, Möglichkeiten abzuklären, ob mit der Gemeinde Feldbrunnen-St. Niklaus eine Leistungsvertrag betreffend das Alters- und Pflegheim möglich ist und «700 Jahre «St. Katharinen im Dienst der Stadt Solothurn» zu feiern.

- in Absprache mit der Stiftungsaufsicht beschlossen, dass Stiftungsrat Stefan Pfister und Verwalter Claude Tschanz die Jahresrechnung 2018 rechtsgültig unterzeichnen sollen.

- nach einer langen Grundsatzdiskussion den auf zwei Jahre befristeten Projektentwicklungsvertrag für zwei Grundstücke in der Brunnmatten mit dem Architekturbüro Willi Steiner AG Wiedlisbach gutgeheissen.

- einen Nachtragskredit von 25'000 Franken für Sicherheitsvorkehrungen am Dach des Riedholzturms zulasten des Investitionsbudgets bewilligt. (mhs)