Am Adventskranz brennen vier Kerzen. und die Krippe gehört vor Weihnachten dem beflügelten Engel. Für ihn und fürs Publikum in der vollbesetzten Weststadtkirche wird das Warten aufs Christkind zum Vergnügen. Denn, «Henneguet», heisst nicht nur der Fox in Ländlermusikbesetzung der Formation Bumerang. Damit verraten Wally Schneider, Martin Schütz, Stefan Schwarz, Christian Wyss und Christian Freiburghaus den Konzertverlauf. Mit bekannten Weihnachtsliedern wie «Tochter Zion», «Les anges dans nos campagnes», «Es chliises Stückli Ewigkeit» und «E Schtärn schtoot am Himmel» begeistern die Geschwister Biberstein in ihrem glitzernden roten und blauen Outfit. Instrumental begleiten sie dabei die «Bumerangs», die die Liedstrophen mit Schwyzerörgeli, Kontrabass, Klarinette und Keyboard melodiös verbinden.

Der Wunsch des a cappella singenden Keiser Chörlis, «Wenn ich ein Glöcklein wär», erscheint überflüssig. Glockenrein erfüllen die Stimmen von Stephan Keiser sowie Andreas, Hans, Niklaus und Christian Bracher den Kirchenraum. Etwa in Ernst Sommers «Wiehnachtsglogge» und im Tiroler «Andachtsjodler», in welchem ihr «Diodiri dio ehe» über geschätzte vier Oktaven geht. Mit faszinierenden Stimmfarben besingt das Chörli zusammen mit Ruth, Margreth, Dorli und Marie-Louise Biberstein «Süsser die Glocken», «Josef, lieber Josef mein», «Es wird schon gleich dunkel».

Herzenswärme in Winternacht

Schön hätte es die Welt, wenn Wally Schneider ein Engel wäre. Sie überzeugt mit dem selber getexteten Schlagerlied, in welchem «jede uf si Wiis, läbe chönnti wie im Paradies». Dazwischen lassen die «Bumerangs» ihre Finger im urchigen «Sternschnuppenwalzer» und vorankündend im «Uf Wiederluege» mit beeindruckender Dynamik über die Schwyzerörgeliknöpfe flitzen.

Stille Nacht mit Publikum

DRS-Musikwelle-Moderator Beat Tschümperlin kündigt darauf das wohl bekannteste und in 300 Sprachen übersetzte Weihnachtslies an: «Stille Nacht». Hier singt dann auch das begeisterte Publikum mit. Für einen kurzen Moment scheint sich sogar der Mund des kleinen wartenden Engels in der Krippe zu bewegen. Klar, dass nach der stehenden Ovation eine Zugabe unumgänglich ist. «D'Wiehnacht isch die wärmschti Zyt», geben die drei Formationen zusammen preis. «O Halleluja, wenn's ou gfrürt und dusse schneit", heisst der Refrain. Unterdessen hat es in der eisigen Nacht tatsächlich geschneit. Mit einem «O Halleluja» auf den Lippen verwandeln sich aber die Minustemperaturen in eine wohlige Herzenswärme.