Stadtbummel Solothurn
Bunte An-, Aus- und Einsichten

Mark A. Herzig
Mark A. Herzig
Drucken
Teilen
Farbige Werke im Kunst-Supermarkt.

Farbige Werke im Kunst-Supermarkt.

Wolfgang Wagmann

Bunt sind schon die Wälder, hat der Stadtbummler früher als Schüler gesungen. Viel früher. Der bunte Anblick ist fast vorüber. Kaltfronten und Biswind sind daran, der Farbenpracht ein Ende zu bereiten. Das genannte Singen scheint total verschwunden, was wohl eher der fortschreitenden Zivilisation geschuldet ist.

Bunte Zeiten derzeit trotzdem: Aus welchem Antrieb auch immer blühen Gewächse erneut und tun dies in besonders leuchtenden Farben. Oder ist es nur der Kontrast zum Nebel? Er sei der älteste Solothurner wird gesagt. Dass das am Ende der Altsteinzeit vor 12'000 Jahren auch schon so war, steht zu vermuten, denn die Aare gab es damals schon, nur keine Altsteinzeitler, die Solothurner genannt wurden – Lateinisch sprach da noch keiner.

Wenn besagter Nebel nicht nur als graue Suppe auf uns lastet, sondern sich lichtet, als leichte Fetzen und Schwaden über Fluss und Flur schwebt, dann ergibt das interessante Bilder, und wenn er sich auflöst, bieten sich hübsche Aus- und Durchblicke. Schönes «Stedtli lieb und chli» – wenn man es sehen will.

Ein buntes Gemisch aus Forschen und Versuchen technisch-naturwissenschaftlicher Art ist noch bis Sonntag in der Reithalle zu erfahren, angerichtet für Kinder und Jugendliche – aber auch zum Staunen für Erwachsene.

Buntes Treiben am Freitagabend im Kofmehl: Das «Öufi» wird 16. Diese Gleichung ist nicht Resultat eines Experiments aus der Rythalle. Besagte Brauerei darf jetzt, wie sie bekannt gibt, das von ihr gesottene Bier auch selber trinken, da sie eben den 16. Geburtstag feiern darf. Übrigens hat diese Geburtstagsfeier kaum mit dem Carneval zu tun: Jener wird im Rheinland gefeiert und am 11.11. losgelassen, während bei uns nach wie vor der 13. Jänner, sprich «Hilary», gilt. Oder hat da der Globalisierungswahn à la Halloween auch schon zugeschlagen?

Vielfarbig geht es in der Rothushalle wieder zu, der Kunstsupermarkt hat zum 17. Mal seine Tore bis zum 8. Januar geöffnet. Vielleicht ist es angezeigt, den eben skizzierten Event-Bummel in der umgekehrten als der hier beschriebenen Reihenfolge zu unternehmen – Farbwahrnehmungen können sich auch verändern.

Farbenpracht blendet das Auge. So sagte Laotse. Das ist nicht physisch gemeint, sondern philosophisch formuliert. Also lasst uns angesichts unserer (farben-)prächtigen Stadt weiterphilosophieren.

Aktuelle Nachrichten