Nach der bundesrätlichen Sitzung, die im Rahmen der alljährlich stattfindenden Aktion «extra muros» in Solothurn abgehalten wurde, gab es für die Bevölkerung ein Stelldichein mit der Landesregierung.

Gut bewacht von in dezenten schwarzen Anzügen patrouillierenden Bodyguards und Polizisten der Solothurner Kantons- und Stadtpolizei mischten, sich die sieben Bundesräte unters Volk.

Der Bundesrat tagt «extra muros» in Solothurn

Der Bundesrat tagt «extra muros» in Solothurn

Zunächst aber richtete Bundespräsidentin Doris Leuthard von der St. Ursentreppe aus ein paar sympathische Worte an das Solothurner Volk. «Super, dass so viele gekommen sind».

Es sei eine grosse Freude und ein Privileg des Bundesrates, sich von Mensch zu Mensch begegnen zu können.

«Extra muros» finde in Solothurn zum 12. Mal statt – und nicht zum 11. Mal, wie vorgängig Stadtpräsident Kurt Fluri bei seiner Begrüssungsansprache bemerkte.

Man sei ganz bewusst zur 12. Ausgabe nach Solothurn gekommen, so Leuthard, also noch vor der Hälfte aller Kantone. «Doch hoffe ich, eines der berühmten Öufi-Biere jetzt endlich kennenzulernen.» Eine Steilvorlage für den Running-Gag des Apéro-Gesprächs.

Hoher Besuch: Der Bundesrat kommt in der Kantonshauptstadt an

Hoher Besuch: Der Bundesrat kommt in der Kantonshauptstadt an

Selfies mit Jung, Gespräche mit Alt

Die Landesregierung ist es gewohnt, sich im Menschenrummel zu bewegen. Alt und Jung, ganze Familien und Freundesrunden wollten Andenken an dieses Treffen. Die Jungen eher als Selfies, die älteren bevorzugten das Gespräch. Als äusserst geduldig erwiesen sich Didier Burkhalter – er wurde vorgestern zum ersten Mal Grandpapa, wurde kolportiert – und Doris Leuthard.

Bundesrats-Apéro in Solothurn

Bundesrats-Apéro in Solothurn

Bei strahlendem Sonnenschein durfte die Solothurner Bevölkerung heute mit der Landesregierung auf Tuchfühlung gehen.

Da gab es gar keine Berührungsängste. Herzhaft wurde die Energieministerin in die Mitte genommen, auch mal einfach umarmt. Auch Ueli Maurer war einer der Begehrtesten. Da kamen schon mal alte Bekannte auf ihn zu und erinnerten ihn an vergangene Treffen.

Guy Parmelin machte es ebenfalls Spass, sich unter die Leute zu mischen. Zum dritten Mal sei er bei «extra muros» mit dabei und was er da von der Bevölkerung höre, sei immer interessant. Wichtig seien aber auch die Gespräche mit der Regierung, die beim folgenden Mittagessen stattfinden, so der Chef des VBS.

Mehrheitlich von älteren Frauen umlagert wurde Simonetta Sommaruga. Geduldig nahm sie sich Zeit, deren Sorgen und Freuden anzuhören und Johann Schneider-Ammann diskutierte angeregt mit jungen Männern.

Einer, der Solothurn gut kennt, ist Alain Berset. Ihn trifft man an den Filmtagen, aber auch sonst kann es passieren, dass man ihm in Solothurn über den Weg läuft.

Stadtpräsident Kurt Fluri war sehr zufrieden, seine Stadt und die Landesregierung in solch angeregter Stimmung zu erleben. Nur eine Sorge hatte der Stadtvater: «Ich muss immer wieder mal schauen, dass die Bundesräte auch was zu Trinken bekommen. Doris Leuthard’s Bier ist jedenfalls schon warm geworden.»