Solothurn

Bundesgericht spricht sich fürs «Eleven» in der Landi aus – doch dort ist jetzt ein neuer Mieter

Trotz Sieg vor Bundesgericht bleiben die Eleven-Pläne im nebulösen Zustand.

Trotz Sieg vor Bundesgericht bleiben die Eleven-Pläne im nebulösen Zustand.

Nachdem die städtische Baukommission dem Lokal «Eleven» die Bewilligung erteilte, zogen Beschwerdeführer diesen Entscheid bis ans Bundesgericht. Dieser sprach sich für das Lokal aus. Doch mittlerweile ist die Liegenschaft bereits vermietet.

In Normalfall wäre eine Meldung wie diese für Lokalbetreiber und für Partyvolk Anlass für Freudentänze: Das Bundesgericht gibt der Eleven Management GmbH grünes Licht für die Umnutzung von Räumlichkeiten des ehemaligen Landi-Verkaufsladens in ein Eventlokal. Zur Erinnerung: Der 2016 von der städtischen Baukommission gefällte positive Entscheid für ein solches Lokal war von mehreren Anwohnern angefochten und von letztlich fünf Beschwerdeführern bis auf Bundesgerichts-Ebene weitergezogen worden. Abschliessend hat Lausanne nun aber Olcay Oruç Sahin, dem Kopf hinter Eleven, recht gegeben.

Neues Hindernis nach Sieg in Lausanne

Dabei herrscht die abschliessende Freude für Sahin vorderhand nur im Konjunktiv. Denn die Fläche von 330 Quadratmetern steht für seine Pläne – einem Eventlokal mit einer «breiten Palette von Veranstaltungen von Firmenevents über Hochzeiten bis Discos und Partys» – aktuell nicht mehr zur Verfügung: Während an der Poststrasse 1 der Sportshop Pipeline untergebracht ist, nimmt derzeit an der benachbarten Adresse mit der Hausnummer 3 mit zwei neuen Adventure Rooms ein anderes Freizeitangebot Gestalt an.

Denn seit Januar 2018 ist Eleven Management GmbH – bedingt durch den zermürbenden und kostspieligen Gang durch Einspracheinstanzen – auch nicht mehr Mieterin der geplanten Eventfläche. Aufgrund der ergebnislosen Versuche, eine Lokalität für einen Club zu finden, und aufgrund des Widerstands der Anwohnerschaft der Landi stieg damals auch Sahins Weggefährte Markus Moerler aus dem Eleven-Boot aus. Er selbst aber ging den Weg unbeirrt weiter bis heute. «Ich habe das Urteil zur Kenntnis genommen.

Nun muss ich das Ganze eingehend analysieren und mich mit meinem Anwalt und anderen wichtigen Kompetenzen austauschen», sagt Sahin auf Anfrage. Grundsätzlich freut er sich aber über die Meldung aus Lausanne: «Primär ist es ein gutes Zeichen für unsere Stadt, dass solche Sachen möglich sind – auch wenn es dafür den mühsameren Weg über das Bundesgericht brauchte.» Kurzum: Für ihn markiert der Sieg in letzter Instanz –wenngleich vorderhand ein symbolischer – einen «Meilenstein im Ausgangsleben in Solothurn.» Entsprechend dankbar sei er den Menschen von Solothurn, die ihn motiviert und unterstützt haben, aber auch den städtischen Behörden.

Die Beschwerdeführer hatten mehrere Argumente gegen ein Eventlokal an der Poststrasse geltend gemacht: Sie hatten die Zonenkonformität infragegestellt und die Situation um die erwartbare Lärmentwicklung und das Parkierung- und Verkehrsregime kritisch beleuchtet. Bei ihrer Beurteilung stützte sich das Bundesgericht argumentativ auf das vorinstanzliche Urteil des Verwaltungsgerichts und hielt fest, dass der angefochtene Entscheid nicht gegen Bundesrecht verstosse. Die Zonenkonformität sei zudem gegeben. Ebenso liege ein gültiges Lärmgutachten vor, das einen allfälligen Club als mässig störenden Betrieb einstuft.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1