Solothurn

Bürgerrat kann sich noch nicht festlegen, Weissenstein-Bikestrecke lässt auf sich warten

Biker auf dem Weissenstein müssen auf die endgültige Variante ihrer Strecke noch länger warten.

Biker auf dem Weissenstein müssen auf die endgültige Variante ihrer Strecke noch länger warten.

Der Vertrag zwischen der Seilbahn Weissenstein und den Bürgergemeinden Solothurn und Oberdorf zur Bike-Strecke auf dem Weissenstein lässt weiter auf sich warten.

Der Solothurner Bürgerrat befasste sich in einer ausgiebigen, teils emotionalen Diskussion mit der Downhill-Bikestrecke am Weissenstein. Auf Antrag der Bürgergemeinde-Verwaltung, die notwendigen Verbesserungen der Strecke in einem Vertrag mit der Bürgergemeinde Oberdorf und der Seilbahn Weissenstein AG auszuarbeiten, wurde nicht eingetreten. Das Geschäft sei aber auf der Basis von mehr Informationen weiter zu verfolgen.

Unterschiedliche Vorstellungen

Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger skizzierte die Geschichte und Situation der Bikestrecke. Sie wurde 2002 vom Kanton bewilligt und existiert heute noch, ist allerdings in einem schlechten Zustand. Die Seilbahn beabsichtigt, die Strecke von der Berg- bis zur Talstation auch für «Normalverbraucher» befahrbar zu machen. Einbezogen in die Gespräche ist auch die Bürgergemeinde Oberdorf, über deren Gebiet ein Fünftel der Strecke führt.

Bei einem Gespräch im März 2017 wurden die von beiden Bürgergemeinden gewünschten Entschädigungen durch die Seilbahn Weissenstein rundweg abgelehnt.

Im Mai wurde die massiv reduzierte Forderung von 56'000 Franken für die ersten zehn Jahre abgegeben, beruhend auf Berechnungen von Ertragsausfall und Bewirtschaftungserschwernis durch die Forstbetriebsleitung. Die Seilbahn Weissenstein lehnte auch diese Forderungen ab – die Laufzeit müsste 25 Jahre dauern, die Entschädigung dürfe 30'000 Franken nicht übersteigen.

In den Rücken gefallen

«Bevor die Vertreter der Bürgergemeinden weitere Gespräche mit der Seilbahn aufnehmen konnten, ist leider ein Bürgerrat von uns den Grundeigentümern in den Rücken gefallen und hat der Seilbahn Weissenstein eigenmächtig in Aussicht gestellt, dass die Bürgergemeinde Solothurn die allfällige Entschädigung von 30'000 Franken mit einem Fonds übernehmen könnte. Ein solches Verhalten ist der Tod jedes Verhandlungsprozesses», hielt dazu Sergio Wyniger fest.

Fritz Zimmermann als dafür verantwortlicher Bürgerrat stellte dar, was in letzter Zeit um «den Berg» aufzuwerten von verschiedenster Seite alles unternommen wurde, vom Hinterweissenstein über den Planetenweg bis zu Kurhaus und Seilbahn. Eine Bikestrecke würde sich positiv ins Gesamtbild einfügen und deren Unterstützung beispielsweise durch Jugend und Sport der Bürgergemeinde gut anstehen. Zudem würde ein Wegfall der Strecke das Gesamte schädigen. Diese Sorge sei der Auslöser für sein Vorprellen gewesen, das er jetzt bedauere.

Es zeigte sich, dass das Projekt kaum jemandem im Bürgerrat unsympathisch ist. Aber nachdem man nicht einmal wisse, ob es eine Bike- oder eine Downhill-Strecke werden solle – das seien zwei sehr unterschiedliche Paar Schuhe – könne man sich noch nicht festlegen, zumal auch der Bericht der Forstkommission noch ausstehe. Fragen von der Ausführung über die Haftung bis zur Versicherung stünden offen. Dies sei zu klären und mit allen Betroffenen erneut zu besprechen.

Probleme beim Riedholzturm

Ebenfalls den Weissenstein betraf die Genehmigung eines Landabtausches mit der Hotel Weissenstein AG. Dieser war beim Verkauf des Kurhauses schon vorgesehen.
Ein Nachtragskredit von 29'000 Franken für Sicherheitsmassnahmen am Riedholzturm – derzeit dürfen sich wegen herabfallender Ziegelstücke keine Pensionärinnen und Pensionäre im Innenhof aufhalten – wurde nicht bewilligt. Der vorgesehene Gitterzaun soll mit der Altstadtkommission abgesprochen und eine Zweitofferte eingeholt werden.

Ein Antrag von Matthias Wälti verlangte, dass die Entschädigung für projektbezogene, eigentliche Beratungs- oder Expertentätigkeiten, während der normalen Arbeitszeit auf 100 Franken je Stunde erhöht werde. Dem folgte der Rat nicht, da unter anderem geklärt werden müsse, wann Kommissions- in Expertentätigkeit übergeht. Der Grund des Anliegens wurde erkannt, es ist zu präzisieren und weiter zu verfolgen.

Im Weiteren hat der Bürgerrat die Stille Wahl von Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger und dessen Vizepräsidenten Fritz Zimmermann validiert.

Ausserdem wurde vom Bürgerrat das Bürgerrecht der Gemeinde Solothurn folgenden Antragstellenden zugesichert: Elif Atay; Ralf Maibusch; Peyman Mazloomi mit den Kindern Ariyan und Arina und Karin Wilke.

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