Die Öffnungszeiten der Lokale in Solothurn sind längst ein Politikum. Nun hatte sich für einmal der Bürgerrat mit dem Thema zu befassen. Denn die Moerler & Aeberhard GmbH hat bei der Bürgergemeinde als Vermieterin ein Baugesuch eingereicht, um ihr im letzten Spätsommer eröffnetes In-Lokals Dock länger offenhalten zu können. Die Vorstellungen der Betreiber: 2 Uhr innen, draussen 23 Uhr im Sommer und 22 Uhr im Winter.

«Die Bar läuft sehr gut, es können erfreuliche Umsätze erzielt werden», stellt für die Vermieterin auch Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger fest. Doch habe sich gezeigt, dass die Gäste später als nach 0.30 Uhr nach Hause möchten und deshalb Lokale mit längeren Öffnungszeiten aufsuchen. «Gäste, die man länger behalten möchte», so die Argumentation der Baugesuchsteller. Die geplante Verlängerung der Öffnungszeiten wird von der Bürgergemeinde als «Politikum» eingestuft. und deshalb sollte der Bürgerrat über das Baugesuch befinden.

Es gab Reklamationen

«Die Bar ist zwar grundsätzlich für die Bürgergemeinde eine gute Sache, aber trotzdem gibt es einige Probleme, die sich aus der Tatsache ergeben, dass sich die Bar in einem Gebäude mit Büros und Wohnungen befindet», hält Wyniger in seiner Stellungnahme zum Baugesuchs eingangs fest. So spielten denn diese Probleme auch bei der Behandlung des Geschäfts im Bürgerrat eine zentrale Rolle. Während der schönen, warmen ersten Betriebsmonate hatte es einige Reklamationen wegen des Barbetriebs gegeben und eine langjährige Mieterin kündete auf Ende März ihre Wohnung mitsamt Büro, verbunden mit der Forderung nach einer Mietzinsreduktion. Ebenfalls Beanstandungen und deshalb auch Gespräche mit den Betreibern gabs wegen der Lautstärke der Musik, und dass draussen beidseits des Bürgerhauses laute Gespräche von Gästen stattgefunden hätten. Insbesondere ist von der Musik auch das Büro von Sergio Wyniger gleich oberhalt der Bar betroffen, werde doch dort auch noch nach 17 Uhr abends gearbeitet.

Doch auch der Donnerstag

Im Rat wurden Wolfgang Aeberhard und Markus Moerler des langen befragt und angehört. Beide möchten im Baugesuch von der Bürgergemeinde als Eintümerin die Zusage haben, am Donnerstag, Freitag die Bar jeweils bis 2 Uhr offenhalten zu können. Dies als Einwilligung des Gebäudeeigentümers im offiziellen Baugesuch an die Stadt, welches von einem Lärmgutachten begleitet wird. Moerler und Aeberhard versprachen, auf ihre Gäste einzuwirken, damit es zu keinen Beanstandungen käme, machten aber auch auf die unterschiedlich gehandhabten Regimes in ihrem Betrieb und gegenüber am Landhausquai aufmerksam. «Dort drüben ist einfach alles erlaubt», so der Tenor. Und die Reklamationen wegen Nachtlärm im und ums Bürgerhaus seien auch von anderen Lärmquellen herrührend als von ihnen.

Nun, nachdem die Barbetreiber den Sitzungssaal verlassen hatten, schälte sich auf Antrag von Fritz Zimmermann (FDP) bald eine liberalere Variante als der ursprüngliche Antrag der Domänenkommission heraus: Statt nur am Freitag und Samstag eine Öffnung bis 2 Uhr zu gestatten, soll es nun auch am Donnerstag und am Mittwoch vor Feiertagen so sein. Allerdings will man diese «Hausordnung» nun eine Sommersaison testen, gegebenenfalls schon in dieser Zeit intervenieren oder dann im Herbst definitiv über die Bücher gehen. Dafür fand sich eine Mehrheit von 8 gegen 2 Stimmen bei einer Enthaltung.

Und ein Bootssteg

Nicht Gegenstand der Diskussion im Bürgerrat war ein weiteres Anliegen der «Dock»-Betreiber: Sie wollen einen offiziellen Schiffssteg beim «Aaremätteli» unterhalb der Nord-Terrasse realisieren. Das Areal gehört jedoch nicht der Bürgergemeinde, und Markus Moerler sucht deshalb den Weg zur Realisierung des Stegs über den Verein Schiffaare Solothurn, der in den letzten Jahren schon einigen solcher Steg-Projekte zum Durchbruch verholfen hat.