Wettergespräche
Bucheli und Boner im Feierabendgespräch: «‹Wüeschts› Wätter ist das, das sich nicht an die Prognosen hält!»

Moderatorin Sandra Boner und Meteo-Chef Thomas Bucheli waren in der Reihe «Feierabendgespräche» der SRG Aargau Solothurn zu Gast – ihr Thema: Natürlich das Wetter.

Beatrice Kaufmann
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«Wettershow» mit den TV-Profis Thomas Bucheli und Sandra Boner. Das Gespräch wurde moderiert von Peter Moor-Trevisan.

«Wettershow» mit den TV-Profis Thomas Bucheli und Sandra Boner. Das Gespräch wurde moderiert von Peter Moor-Trevisan.

Beatrice Kaufmann

Es ist das Gesprächsthema Nummer eins und laut dem Schweizer Fernsehen SRF in Form von «Meteo» ein Quotenschlager: das Wetter. Auch im «Solheure» – der «Sonnenstunde» – wurde am Donnerstagabend – bei Regen – übers Wetter gesprochen.

Das «Feierabendgespräch» mit Meteo-Chef Thomas Bucheli und Moderatorin Sandra Boner lockte laut Peter Moor-Trevisan, Leiter SRG Aargau Solothurn, so viele Leute an wie noch nie.

Die Wetterexperten füllten das einstündige Gespräch mit persönlichen Anekdoten, viel Humor und manchem politischen Statement.

«Meteo ist keine Wettershow»

Nein, Meteo sei trotz seiner Beliebtheit keine «Wettershow», sondern eine Info-Sendung, die auf hohe Qualität und Aktualität setze, erklärte Bucheli zu Beginn. Man werte noch kurz vor Sendebeginn Daten aus, sodass die Prognose um fünf vor acht aktueller sei als jene der App.

Den Entscheid, welche Prognose letztlich gesendet wird, fälle aber das Team und nicht er als Chef. «Manchmal diskutieren wir wegen einem Grad.» So müsse man beispielsweise irgendwann entscheiden, ob in der Sendung von 30 Grad gesprochen werde oder nicht. «Schliesslich stellt das eine psychologische Grenze dar: 30 Grad ist heiss, 29 noch nicht», so Bucheli lachend.

Mit Wertungen halte man sich stark zurück, bedeute doch schönes Wetter nicht für jeden dasselbe. Sie selbst werde manchmal kritisiert, wenn sie strahlend verkünde, dass es sonnig und warm werde, erzählte Boner schmunzelnd.

Und Bucheli sorgte für Lacher, als er auf die Frage, was für ihn «wüeschts» Wetter sei, antwortete: «‹Wüeschts› Wetter ist das, das sich nicht an die Prognosen hält.»

Damit es erwähnt ist: Sandra Boners Bluse war am Donnerstag farblich auf ihre Hose abgestimmt. Darum drehe sich nämlich manches E-Mail, das man erhalte, so Bucheli.

Meist erhalte man aber fachliche und konstruktive Kritik. Zu Recht, liege doch die Sicherheit einer Dreitagesprognose bei 70 Prozent. Vor allem Landwirte zählen bezüglich Kritik zu Boners und Buchelis Lieblingsklientel, da diese die Wetterentwicklung genau studierten.

Aus weit weniger konstruktiver Kritik, die vor Jahren von Graubünden Tourismus geäussert worden war, sei mittlerweile eine «fantastische» Zusammenarbeit geworden, so Bucheli. Dies, da SRF Meteo gezielt Prognosen für den grössten Kanton erstellt.

Solche Dienstleistungen seien ein wichtiges Standbein, könne man so doch einen grossen Teil der Ausgaben decken, was letztlich die Gebühren für den Zuschauer senke. Womit das «Feierabendgespräch» zum ersten Mal eine politische Note erhielt.

Das zweite politische Thema stellte der Klimawandel dar. Auf eine Frage aus dem Publikum hin erklärte Bucheli, der seit fast 30 Jahren als Meteorologe arbeitet, den Unterschied zu früheren Temperaturschwankungen: «In den letzten zehntausend Jahren hatten wir Schwankungen von rund einem Grad.» Nun spreche man von einer Erwärmung von 3 bis 4 Grad innerhalb von hundert Jahren, was bei unserem dicht bevölkerten Planeten heftige Auswirkungen mit sich bringe.

Meteo, der Allzeitliebling

Die Zukunft des Quotenschlagers Meteo bewerteten die Gäste positiv. Obwohl viele Zuschauer um 19.55 Uhr bereits wüssten, wie das Wetter am Folgetag werde, schauten sie die Sendung, wusste Bucheli. Mit der zunehmenden Automatisierung schätze man es wohl, wenn einem jemand in die Augen schaue.

Zudem sei die Sendung vielfältig: Sie verändere sich laufend aufgrund neuer Technologien und sich wandelnder Zuschaueransprüche. Boners «Traummeteo» würde jeden Abend aus einem anderen Ort gesendet.

Da dies aus finanziellen und technischen Gründen nicht möglich sei, wird das Meteo-Dach auch künftig und nur unter einer Ausnahme – drohendem Blitzschlag – die grosse Konstante darstellen.

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