Sanctae Margarithae

Bruderschaft setzt Zeichen: Statt des Andresenabends läuten die Glocken der alten Spitalkirche wegen Corona

Am Freitag läuten die Kirchenglocken. (Symbolbild)

Am Freitag läuten die Kirchenglocken. (Symbolbild)

Der Andresenabend fällt aus. Stattdessen läuten am Freitag, um 19.11 Uhr, die Glocken der alten Spitalkirche wegen Corona.

Am Freitag um 19.11 Uhr läuten die Glocken in der Solothurner Vorstadt. Für wie lange, das weiss der Vorstand der Margrithen-Brüder noch nicht genau. «So lange wir durchhalten», lacht Rolf Jenni, Cancellarius der Bruderschaft Sanctae Margarithae. Denn die Glocken der alten Spitalkirche werden noch mit Muskelkraft in Gang gesetzt und gehalten.

Anstatt der Glockenaktion hatte die Bruderschaft für den letzten Freitag im November eigentlich ganz andere Pläne. Dann steht immer der traditionelle Andresenabend an. An jenem erinnert sich die Bruderschaft Sanctae Margarithae daran, dass die Vorstadt um den Tag des heiligen Andreas am 30. November 1651 von einem Hochwasser verschont blieb. Dazu versammeln sich die Mitglieder der Bruderschaft zu einem besinnlichen Gottesdienst in der Spitalkriche, danach wechselt man in den Festsaal des Alten Spitals mit dem Auftritt der Neuschwestern als Highlight.

In diesem Jahr ist dies wegen Corona alles nicht möglich. Wie bereits die Vorstädter-Chilbi im Juli kann jetzt auch der Andresen­abend nicht durchgeführt werden. Dennoch steht der Tag für die Bruderschaft ganz im Zeichen eines Unheils. Für einmal nicht das drohende Hochwasser von 1651, sondern die Coronakrise von 2020. «Der Glockengruss soll Solothurn und die ganze Welt vor weiterem Unheil beschützen», sagt Rolf Jenni. Zudem will die Bruderschaft mit dem Geläut die Verbundenheit mit allen Betroffenen der Pandemie ausdrücken.

Die Bruderschaft Sanctae Margarithae ist die älteste Bruderschaft der Stadt Solothurn sowie des Kantons Solothurn. Der Ursprung hat die Bruderschaft gemäss geschichtlicher Überlieferung am 22. Juli 1499. Dann sollen die Solothurner Vorstädter vom Chilbitanz direkt in die Schlacht bei Dornach gezogen sein. Dort soll der Kampfesmut des Solothurner Schultheiss Niklaus Konrad entscheidenden Einfluss gehabt haben, dass die Schlacht positiv für die Vorstädter sowie die Eidgenossenschaft ausging.

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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