«Wir möchten uns dafür einsetzen, dass die am Bettag bestehenden Restriktionen gelockert werden», schreibt federführend für mehrere Event- und Kulturveranstalter der HESO-OK-Chef und Stadtsolothurner FDP-Präsident Urs Unterlerchner in einem offenen Brief an alle Kantonsräte.

Die Gelegenheit, eine Veränderung herbeizuführen, ist günstig: Ende Januar berät der Kantonsrat über das revidierte Wirtschaftsgesetz – und damit auch über das Ruhetagsgesetz. Dabei möchte die Solothurner Regierung allerdings am Status des Bettages nichts ändern. Sie hat im Gesetzesentwurf bekräftigt, an der rund 50-jährigen Regelung festhalten zu wollen.

Ausweichen in andere Kantone

Ist das heutige Ruhetagsgesetz von 1964 ein alter Zopf oder geht es den Veranstaltern vor allem um wirtschaftliche Interessen? Das Gesetz entspreche nicht mehr den heutigen Gegebenheiten, heisst es im Brief.

Es sei angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen, der Entwicklungen in anderen Kantonen und nicht zuletzt aufgrund der Rückmeldungen tausender Besucherinnen und Besucher gerechtfertigt, Anpassungen vorzunehmen. «Konzerte, Partys, Messen, Ausstellungen und unterschiedlichste Sportveranstaltungen finden am Bettag jeweils in anderen Kantonen statt. Diese Angebote werden von einer breiten Bevölkerungsschicht gerne wahrgenommen.»

Dem Vorwurf, es gehe nur um eine «Lex HESO», widerspricht Unterlerchner. «Es ist nicht nur die HESO, die von den Restriktionen betroffen ist.» Tatsächlich ist die Trägerschaft des Briefes breit gestreut. Dazu gehören neben der HESO auch die Kulturfabrik Kofmehl, das Volkshaus, das Eleven, Nightstyle, Popart, der Kultturm sowie der FC Solothurn und der FC Grenchen.

Es gehe nicht darum, «Sport, Kultur, Wirtschaft und Kirche gegeneinander auszuspielen», heisst es im Schreiben. Es sei klar, dass sämtliche Veranstaltungen, die am Bettag stattfinden würden, keine Gottesdienste stören sollten. Auch grundsätzlich wollen die Veranstalter den Feiertag nicht abschaffen. (szr)