Stadtbummel

Blicke zurück und nach vorn aber nicht in den Zorn

Bald kann man die Steuererklärung ganz elektronisch ausfüllen. (Symbolbild)

Bald kann man die Steuererklärung ganz elektronisch ausfüllen. (Symbolbild)

Da hätten wir denn also schon wieder Mitte Januar im neuen Jahr 2020. Seit 1867 Jahren ist der Januar der erste Monat im Jahr. Nach dem römischen Gott Janus benannt. Das ist doch der mit den zwei Gesichtern? Die Frage ist nicht als despektierlich aufzufassen. Zwei neutrale Antlitze, wovon das eine nach links, das andere nach rechts schaut, zurück oder nach vorn.

In den letzten Wochen haben das viele getan, nicht wenig schlug sich in den Medien nieder. Nicht immer zur Freude aller, aber doch nicht selten den überrascht-ungläubigen Ausdruck hervorrufend: Das hat es auch noch gegeben?! Das kommt auch noch?! Die ganz grosse Freude steht kurz bevor – die Steuererklärung. Das ist ein erzwungener Rückblick und sehr ambivalent. Hat man gut gearbeitet respektive verdient, darf man sich freuen, aber eben auch mehr abliefern. Und es geht auch umgekehrt.

Neu jedoch sollen wir die Steuererklärung «vollelektronisch» erledigen können – das wäre wieder ein Ausblick, wenn auch einer, der gemischte Gefühle auslöst. Wird’s klappen? Auf dem Gebiet der Digitalisierung auch einfacherer Tätigkeiten hat man schon einiges erlebt.

Bei vielen Amtsstuben scheint dieser zweigesichtige Januar aber unbekannt, dem Bummler wenigstens ist keine bekannt, die ihn über dem Eingang trüge. Gibt es dort nur Eingehende, und raus kommen nur noch allerhand Schriftstücke, Ukasse, Verordnungen.

So eine ist im kommenden Jahr – der Schock sitzt bei Altstadtbummlern noch immer tief – vom Bundesrat zu erwarten: Die Kinder werden wohl bald auf dem Trottoir mit den Velos fahren dürfen oder gar müssen. Damit ist die Übersetzung Gehsteig für Trottoir endgültig unkorrekt. Wobei – Freude herrscht! – das in unserer Altstadt nicht ganz so dramatische Auswirkungen haben wird: Auf den Trottoirs, wo sie denn also sollen fahren dürfen, stehen bei uns schon Reklamereiter und nicht selten auch reichlich Ghüdersäcke mehrere Tage lang.

Ganz andere Ausblicke bieten anstehende Grossveranstaltungen wie Filmtage und Fasnacht. Die Grenzen sind das eine und andere Mal schwimmend. Immer wieder darf man etliche unserer Fasnachts-Szenen getrost als filmreif bezeichnen; andere Male fragt man sich in Kinosälen und umliegenden Diskussionslokalen, ob man sich an eine verfrühte Fasnacht verirrt habe. Für anspruchsvolle Spannung und Unterhaltung ist also vorgesorgt – packen wir’s an, wir schaffen das.

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