Solothurner Fasnacht
Bleibt während der närrischen Zeit noch Platz für die Fasnachtsmüden?

Bis zum Aschermittwoch nächste Woche, bei dem die Fasnacht mit dem «Böögverbrönne» beendet wird, ist die Stadt Solothurn mit dem Fasnachtsfieber infiziert. Aller Euphorie zum Trotz: die Fasnacht ist nicht für jedermann die schönste Jahreszeit.

Simon Binz
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Bei dem ganzen Trubel um die närrische Zeit wird beinahe vergessen, dass es auch Personen gibt die sich von der Fasnacht distanzieren oder überhaupt nichts damit am Hut haben. Das wird beispielsweise bei einem Blick in Online-Foren klar: «Nein, es geht wieder los, verunstaltete menschliche Wesen bewegen sich gleichförmig, rhythmisch auf ein imaginäres Ziel zu», schreibt einer der «Anti-Fasnächtler».

Viele der wenigen «Anti-Fasnächtler» nerven sich vorallem an den Guggen: «Sie sind laut, spielen falsch und sind höllisch nervig. Normalerweise toleriere ich es wenn jemand etwas mit Freude macht – auch wenn er falsch spielt – aber nicht die Nacht hindurch», so ein weiterer Kommentar.

Solothurner Fasnachtsmüde

Wie sieht es in Solothurn mit den Anti-Fasnächtlern aus? Wohin gehen die Fasnachtsmüden aus? Bei einem Blick in die Stadt wird schnell klar, dass es schwer sein dürfte einen ruhigen Abend ohne Fasnachts-Einfluss zu erleben. Natürlich will jede Bar und jedes Restaurant vom Fasnachts-Boom profitieren.

Doch es geht auch anders als es die Fasnachts-Hochburgen handhaben. Die Panini-Bar zum Beispiel gibt sich verhalten:«Wir haben nicht grosse Fasnachts-Dekorationen und auch kein Thema. Wir wollen den Nicht-Fasnächtlern auch die Gelegenheit bieten, einen gemütlichen Abend zu verbringen», sagt Karakus Ibrahim, einer der Angestellten der Panini-Bar gegenüber az.

Es gibt keine Anti-Fasnachtsbar

Natürlich seien die Fasnächtler willkommen. Unter ihren Stammgästen habe es aber eben viele Nicht-Fasnächtler und denen wolle man auch gerecht werden. Vor zwei, drei Jahren hätte die Panini-Bar noch gross Fasnacht gefeiert. Es habe sich dann ergeben, dass nun weniger gefeiert werde.

Um den Fasnachtstrubel herumkommen könne und wolle man aber auch nicht. «Geplant wäre gewesen», sagt Ibrahim weiter, «dass wir bei besserem Wetter draussen ein Zelt aufstellen und dort Fasnacht feiern und dafür in der Bar Normalbetrieb führen».

Auch das pure Gegenteil einer grossen Fasnachtsparty ist möglich: Die Betreiber der Bistro Heaven Bar in der Kreuzgasse können dem Fasnachtstrubel nichts abgewinnen und schliessen ihr Lokal in der närrischen Zeit.

Dem Fasnachtstrubel beiwohnen

Fazit: Die fasnachtsmüden Solothurner haben zwei Optionen: Zum ersten schliesst man sich der Menge an und geniesst das kunterbunte Treiben gemeinsam. Die zweite ist, dass man zu Hause bleibt, oder sich für eine Woche eine Bleibe ausserhalb sucht.

Ansonsten ist es wahrscheinlich schlicht nicht möglich dem närrischen Treiben aus dem Weg zu gehen, denn bis nächsten Mittwoch ist die Solothurner Stadt Fest in der Hand der Narren.

All zu schlimm dürfte es für die Anti-Fasnächtler trotzdem nicht sein. Das sieht auch der bekennende Nicht-Fasnacht-Fan Tobias Lüdi aus Solothurn so und gibt gleich eine Erklärung dazu ab: «Naja, das Fest ist ja nur knapp eine Woche im Jahr und so schlussendlich ertragbar.»