Solothurn

Bleibt im maroden Sportzentrum CIS womöglich alles beim Alten?

Auch nach der Handänderung bleibt die Zukunft des CIS ungewiss.

Auch einen Monat nach Versteigerung des Solothurner Sportzentrums CIS bleiben die Pläne des neuen Besitzers Peter Ammann im Dunkeln.

Einen Monat ist es her, seitdem das CIS-Sportzentrum seinen Besitzer wechselte. Am 11. Dezember ging die Anlage in einer Steigerung von der verschuldeten CIS Solothurn AG an den Berner Unternehmer Peter Ammann, respektive an seine Ammann Globalbau AG in Hilterfingen – für 4,51 Mio. Franken.

Mit dem Besitzerwechsel erstarkten bei den Vereinen, die in der baulich angeschlagenen Infrastruktur Trainings und Turniere abhalten, die Hoffnungen, dass nun längst fällige Sanierungen angegangen werden. Je nach Expertise wären Investitionen zwischen 2,5 und 5,5 Mio. Franken nötig.

Prekäre Situation für die Vereine

Soweit die Missstände, die im Vereinsalltag ihre Spuren hinterlassen haben, wie das Beispiel des Tennisclubs CIS zeigt: «Die sich rapid verschlechterten Bedingungen der vergangenen Jahre und die daraus resultierende Rundum-Verfassung des Centers haben dem Club massiv zugesetzt», sagt Präsident Stefan Brand: «Viele Mitglieder und ganze Mannschaften haben sich dadurch anderen Vereinen zugewandt.»

Derweil hofft man beim TC CIS, mit dem neuen Besitzer möge wieder ein stabiler und verlässlicher Betrieb in gut unterhaltener Infrastruktur möglich werden. «Mit jeder neuen Geschäftsleitung – und davon gab es einige – haben wir daher immer wieder neue Hoffnung auf Besserung und eine Umkehr gehegt.» Vergeblich, wie der aktuelle Zustand zeigt.

Neuen Besitzer noch nicht erreicht

Bleibt also die Hoffnung. Seit vergangenem Jahr vertritt die Interessengemeinschaft Sport Solothurn IGSSO die im CIS aktiven Sportvereine und hielt im Dezember eine Sitzung ab. «Wir haben unsere Vereinsmitglieder informiert, dass wir Ammann trotz mehrfacher Kontaktversuchen noch nicht erreicht haben», sagt auf Anfrage IGSSO-Geschäftsführer André Naef. Dabei sei es für die IG wichtig, mit dem neuen Besitzer in Kontakt zu treten.

«Wir wollen verstehen, was er mit dem CIS in Zukunft machen will.» Erst danach könne über die weiteren Pläne der IGSSO mit dem CIS diskutiert werden, so Naef weiter. Davon hänge nämlich ab, in welchen Dimensionen und mit welcher Nutzung die zusätzlich von der IGSSO geplante Ballsporthalle realisiert werden könnte.

Was sagt man bei der Stadt?

Ausstehend ist auch ein Gespräch Ammanns mit der Stadt Solothurn: Sie tritt einerseits als Baurechtsgeberin fürs Sportzentrum in Erscheinung, andererseits vermietet sie Jahresstunden an die städtischen Vereine weiter. «Ammann teilte uns schriftlich, dass er zu Beginn des Jahres ferienhalber abwesend ist und einen neuen Termin für ein Treffen vorschlagen wird», weiss Urs F. Meyer, Leiter des Rechts- und Personaldienstes der Stadt.

Einzig in Sachen Beachstyle ist bekannt, dass Gespräche stattgefunden haben. Die Beachstyle GmbH hatte mit der Vorbesitzerin einen entsprechenden Vertrag, um aareseitig des CIS ein Eventareal zu errichten. Erste Investitionen für dieses Projekt waren bereits vor dem Besitzerwechsel getätigt worden, was die Initianten kurzweilig bangen liess. Wie Michel von Burg von Beachstyle nun aber bestätigt, sei das Treffen mit Ammann positiv verlaufen: «Wir konnten uns auf einen neuen Vertrag einigen.»

Es herrscht Funkstille

«Im Westen nichts Neues», vermeldet Benno Krämer von der «Eigenheimmesse». Man habe Ammann sofort nach der Versteigerung angeschrieben und ihm den CIS-Mietvertrag zukommen lassen, seither herrsche Funkstille. Immerhin habe die Geschäftsführung bestätigt, dass der Mietvertrag gesichtet worden sei. Indes laufe die Planung für die nächste Messe vom 21. bis 24. Februar auf Hochtouren, so Krämer.

Zweifel bleiben bestehen

Gegenüber dieser Zeitung äusserte sich Ammann noch nicht zu Sanierungsplänen oder anstehenden Änderungen im CIS. Ob er nach der Rückkehr aus seinen Ferien ab 14. Januar zu vorliegenden offenen Fragen Stellung beziehen will, lässt er indes offen. Vor Ort ist nach wie vor Julian Wyss als interimistischer Geschäftsführer und direkte Ansprechperson tätig, «was sich jedoch in naher Zukunft ändern würde», wie Wyss selbst ankündigte.

Derweil bestanden schon kurz nach der Versteigerung Zweifel, dass wirklich ein frischer Wind im CIS Einzug gehalten hat. So lässt sich eine Verbindung zwischen Ammann und der konkursiten Muttergesellschaft der CIS Solothurn AG, der Dinett Holding AG, belegen.

Anfang November fällte das Regionalgericht Oberland einen Gerichtsentscheid, wonach für die ausserordentliche Generalversammlung der Dinett Holding die Wahl eines neuen Verwaltungsrats anzusetzen sei: Peter Ammann. Ob diese Wahl tatsächlich stattgefunden hat, geht aus aktuellen Einträgen des Schweizerischen Handelsamtsblatt noch nicht hervor.

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