Diese Woche konnte man in der Blauen-Post-Unterführung einen jungen Mann beobachten, der mit Sprühdosen ein Bild an die Wand malte. Vor und neben ihm auf dem Boden standen zahlreiche weitere Farbdosen. Um die Passanten kümmerte sich der Sprayer nur wenig, und Angst, erwischt zu werden, schien er keine zu haben.

Das musste er auch nicht. Denn die Aktion war ein spät umgesetzter Teil des Projekts «Platz da», welches das alte Spital im Mai durchgeführt hat. «Der Künstler war, als wir den Aktionsmonat durchgeführt haben, im Ausland, deshalb konnten das Graffiti erst jetzt realisiert werden», erklärt Barbara Kläsi, Projektverantwortliche von «Platz da» und Fachverantwortliche Jugend beim Alten Spital.

Für eine freundlichere Unterführung

Den Anstoss zur Idee in der Unterführung Graffitis anzubringen, hatte eine Aktion der Vereinigung Vorstadt gegeben. «Im Oktober 2013 hat der Verein in der Unterführung Schmierereien entfernt und die Wände weiss gestrichen», so Kläsi. Nach dieser Aktion habe der Verein verlauten lassen, dass es gut denkbar sei, dass auch Schulen und Jugendliche an der Gestaltung der Unterführung mitwirken könnten.

«Darauf haben wir eine Anfrage gestartet und dann schliesslich das Einverständnis der Vereinigung erhalten», meint die Projektverantwortliche. «Nachdem wir uns auch mit der Stadt über Ort und Grösse des Graffiti geeinigt hatten, stand dem Projekt nichts mehr im Weg.»

Um passende Motive zu finden, habe man schliesslich im Rahmen der Aktion «Platz da» einen Wettbewerb veranstaltet. «Insgesamt wurden fünf Motive eingereicht. Diese wurden während des Aktionsmonats im Alten Spital ausgestellt», so Kläsi. «Die breite Öffentlichkeit konnte schliesslich auswählen, welche zwei Bilder realisiert werden sollen.»

Das zweite Bild werde in den nächsten Tagen entstehen. Was darauf zu sehen sein wird, wollte Kläsi allerdings noch nicht verraten. «Vorerst darf das Motiv des zweiten Bildes ruhig eine Überraschung bleiben. Es wird früh genug in der Unterführung zu sehen sein.»