Kaum jemand dürfte das Angebot wörtlich genommen und sich auf Süssigkeiten gefreut haben. Dass Musikstücke die versprochenen Pralinen darstellen, war sicher allen klar. Niemand befürchtete das Fehlen eines zweiten Konzertteils. Woraus die Auswahl bestehen und wie sie ablaufen würde, fragte man sich vielleicht und genoss vorerst einmal den ersten Teil.

Den liess die Band mit James Curnows feierlichem «Fanfare and Flourishes», einem perfekten Eröffnungswerk, anklingen. Das Niveau beizubehalten suchte man mit Oliver Waespis tollem «Legenda rumantscha». Dezente Lieder-Passagen, meist beim Euphonium entstehend, wuchsen in gepflegte Tuttis. Gut gefallen hat der junge Yannick Strahm, dem man etwas überraschend die Cornet-Soli überlassen hat. Als rhythmisch nicht ganz einfach erwies sich «Far and Away» von John Williams insbesondere für das grosse Blech.

Den ersten Teil komplettierte «Under the Boardwalk» von Young & Resnick. Daraus schuf Philip Harper ein Solostück für Flügelhorn mit Bandbegleitung. René Bohner erhielt damit seinen ersten und grössten Auftritt auf dem Flügelhorn. Um das an sich nicht sehr laute Instrument besser von der Begleitung absetzen zu können, bewegte er sich spielend im Parkett. Das erleichterte der Band ihre Aufgabe zusätzlich. Leises Spiel ist auf Blechblasinstrumenten nämlich schwierig.

Gepflegter Flügelhornklang

Nach der Pause löste sich das Rätsel. Natürlich war die Auswahl vorher schon fix. Und die Stimmen lagen bereits auf den Notenpulten. Die Pralinen-Box diente lediglich als roter Faden für die Moderation. Aber Pralinen – natürlich musikalische Pralinen – wurden tatsächlich serviert.

Mehrmals war es wieder René Bohner, der mit warmem und gepflegtem Flügelhornklang die gewünschten Akzente setzte. Ganz besonders gilt das für «Dr Heimatvogel». Den von Carlheinz Hess vertonten Text des Solothurner Dichters Josef Reinhard verarbeitete der Solothurner Komponist Thomas Trachsel zu wunderschöner Blasmusik.Ein Werk das perfekt ins Programm passte, das sich diesmal vorwiegend gediegen und harmonisch präsentierte.

Als weiteres Beispiel kann Sandy Smiths Bearbeitung von Hans Zimmers «The Da Vinci Code» dienen. Dass die BB aber auch mit kräftigen Farben malen kann zeigten die vier Solisten mit brillantem und strahligem Klang auf dem Cornet im Roger Barsotti Arrangement von Leroy Andersons «Buglers’s Holiday».

Eine ganz andere und unerwartete Richtung schlug die Band bei ihrer ersten Zugabe ein. Ihr Titel «Skyliner» hätte durchaus zu einer Originalkomposition für Brass Band gepasst. Das Original ist aber das wohl bekannteste Werk des US Jazz-Saxofonisten und Bandleaders Charlie Barnet. Mit viel Geschick arrangierte Bill Geldard es für Brass Band.

Selbst die BB Solothurn klang dabei, als ob es eine Big Band wäre. Selbstbewusstsein legte sie auch bei der zweiten Zugabe an den Tag. Stephan Jaeggi hatte zwar den «Solothurner Marsch» für die Stadtmusik, also für Harmoniebesetzung geschrieben. Inzwischen ist er längst auch für Brass Band instrumentiert und im Standartrepertoire der Brass Band angekommen. Nicht immer, aber gelegentlich und eben diesmal diente er wieder einmal als akustischer Schlusspunkt. Er hinterliess ein zufriedenes Publikum und einen glücklichen Dirigenten Martin Bütikofer.