Einsiedlerin

«Bischof erteilte mir seinen Segen für den Auftritt bei ‹Aeschbacher› »

Schwester Benedikta bei Kurt Aeschbacher in der Sendung.

Schwester Benedikta bei Kurt Aeschbacher in der Sendung.

Kurt Aschbacher hatte am Donnerstag in seiner Talk-Sendung Gäste, die etwas zum Thema Sinneswandel beitragen konnten. Auch Schwester Benedikta, Einsiedlerin der Verenaschlucht, hatte einen Auftritt.

«Sie sind ja elegant!», begrüsst Aeschbacher die in dunkelviolett gekleidete Schwester Benedikta, als sie ins SRF-Studio eintritt. Ob sie denn beim Bischof eine Bewilligung für den Auftritt habe einholen müssen? Ja, das finde sie noch wichtig, entgegnet die Einsiedlerin. «Der Bischof hat seine Bedenken geäussert, aber seinen Segen gegeben.» Sie sei selbst noch ins Gebet gegangen. Am Schluss habe sie sich aber entschieden: Ein Gespräch bei «Aeschbacher» sei eine gute Sache.  

Das freut den Talkmaster natürlich. Kurt Aeschbacher will wissen, wann sie sich denn dazu entschieden habe, sich Gott zuzuwenden. Vor 15 Jahren habe sie sich zum Gebet berufen gefühlt, erzählt Schwester Benedikta. Dann habe sie immer mehr das Drängen verspürt. In einem Beichtgespräch mit einem Priester sei es zum Ausdruck gekommen: «Wenn Gott mich ruft, muss ich mich dem stellen.» Die Ehe mit ihrem Mann sei eine Dreiecksbeziehung gewesen - Jesus sei immer bei ihr. «Das war hart», gibt sie zu. 

Schwierig war es auch für sie, als es dann so weit war ihre Familie zu verlassen. «Das war für mich grauenhaft. Ich war gerne verheiratet und hatte gerne Familie.» Es sei ihr wichtig gewesen, den Kindern soziale und christliche Werte mitzugeben. Die Kinder würden sie heute noch besuchen. Im Gegenzug eher selten. «Als mein jüngster Sohn seine neue Wohnung bezog, hatte er Freude, als ich vorbei ging.»

Ganz aufgeben musste Schwester Benedikta für den Schritt hin zu Gott auch das Singen und Theaterspielen. «Das war wie eine Amputation eines wichtigen Teils», erzählt sie heute.

Ruhe finden 

Seit sechs Jahren ist sie mittlerweile Eremitin, seit einem Jahr in der Einsiedelei Verenaschlucht. Ein Ort, der gerne von Einheimischen oder auch von Touristen besucht wird. Da fällt viel Arbeit an. Seit drei Wochen wird deshalb Schwester Benedikta in ihrer Arbeit unterstützt.

Die Eremitin weiss aber, wie sie Abstand und Ruhe vom Trubel in der Einsiedelei findet. «Türe zu und sich in dem Sinn ein bisschen vergraben. Es gibt auch Momente, in denen ich weg gehe.» Oben auf der Martinsfluh sei es schön. «Oh, das sollte ich jetzt nicht noch verraten», schmunzelt sie. 

Zum Abschluss des Gesprächs erteilt Schwester Benedikta noch den Segen - und sorgte für den wohl besinnlichsten Abschluss von «Aeschbacher». (ldu)

In der Sendung zum Thema Sinneswandel sprachen auch:

  • Ein Bauer, der seine Felder mit Pferdestärken bestellt
  • Eine Frau, die aus gesundheitlichen Gründen auf Handys und Computer verzichten muss
  • Ein Mann, der als Foodscout alle Sinne beieinander behalten muss

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