Stadtpräsident Kurt Fluri sei zwar abgesetzt, «aber mir hei no chly Cherze». Und damit noch «Spatzig» für etliche Pointen, wie Ober Samuel Hofer rasch bewies. Mit einem deutschen Narrenhut verwandelte er sich in Karnevalsprinz Karlheinz I. von Heilbronn und legte auf Schwäbisch los, das sich das Publikum zu Wirthen vor Lachen bog. «Das Blechle (die Plakettte) isch heuer es bissle breiter ausgfalle», spielte er auf den Leibesumfang des amtierenden Plakettennarren Toni Armbrust an.

Karheinz I. gab in seinem Fasnachtsrückblick alles. Zwei Kostproben: «Wenn die vor 500 Johr so en Pfarrer ghabt hädde wie bei uns den Raggebass, dann hetts den Martin Luther gar ned gebraucht.» Oder: «Bei mir hört man am Fasching keine Filzläus – man behandelt sie.»

Katastrophe und Weltuntergang

In Baden gebe es eine neue Notfallstation, die «Gerri-atrie», stieg die erste Perle Peter Studer ein. Um dann gekonnt über den Unterschied zwischen einer Katastrophe und dem Weltuntergang zu sinnieren. «Grenchen kann gar nicht untergehen, es würde nachher so aussehen wie vorher». Würde Susan von Sury ihre Schriften wegen des Wegzugs ins Schloss Waldegg dann doch noch verlegen, «wäre dies für die Feldbrünneler ein schwarzer Tag.» Diese müssten ohnehin ihre Rüstungsausgaben senken. «Es würde schon reichen, wen sie den Panzer ausschauben.» Schützen müsste man auch Kurt Fluri vor einem Weltuntergang, «wobi, er gieng a die nöschschti Sitzig und würd düreschafffe.»

Während seiner Amtsperiode als Stadtpräsident hatte Ober Hofer Einiges umgesetzt: So machte er den Ober-Ober Markus Wälti zu seinem Bürogummi. Die wichtigste Frage angesichts seiner Untertanen war aber für den Herrscher von Honolulu: «Wie schaff ich es, sie dass die Reibungswärme vom über den Tisch ziehen als Nestwärme empfinden?» Bald gab er den Stuhl frei für die zweite Perle, Silvan Studer.

Der hatte das Publikum rasch auf seiner Seite, indem er sich selbst mit der neuen Gondelbahn auf den Weissenstein verglich. «Beides sind Lebensprojekte meines Vaters Rolf Studer. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Architekt nicht Guido Kummer gewesen ist.» In einem Feld-Wald- und Wiesen-Ausflug durch die Solothurner Wälder sinnierte Studer junior über den Vauban-Käfer, bei dem der Vaubanständer eine wichtige Rolle in Sachen Vermehrung spiele. Oder über ein «bi-polares Wulle-Tier», das so genannte «Bi-Schoof».

Reichhaltiges Fasnachtsgulasch

Wunderschön Samuel Hofers Interpretation von Mani Matters «Zündhölzli»-Song, gemünzt auf den Bööggier und Pyromanen Rolf Grau zu dessen Risiken und Nebenwirkungen beim Böögg-Anzünden. Frauennarr Bernhard Christen befasste sich Kraft seines Amtes mit den Frauen und all ihren Erscheinungsformen. Und warf die Frage auf, was er wohl sagen müsste, wenn seine Liebste eine Crème mit Schneckenextrakt zur Straffung der Augenunterhaut einstreicht. Sicher nicht sagen würde er: «Du, das würkt e chly langsam.»

Im zweiten Teil seines Auftritts leitete Christen mit einem Liedli unter dem Motto «Mir fiire Fasnacht mitenand» zum besinnlichen Finale über, das traditionell der Ober mit dem Schlussvers bestreitet. In einem höchst kreativen Kochprozess mischte zuletzt Samuel Hofer Zünfte, Schnitzelbänke und Guggen zu einem würzigen Fasnachtsgulasch zusammen – bis das Feuer unter dem Topf erlosch.