«Grünes Gemüse», nur selten fällt das Urteil des Mikrobiologen Daniel Pulver so hart aus. Der Sensorik-Experte von Agroscope Wädenswil beurteilt die meisten Whisky-Jahrgänge aus der Altreuer Brennerei von Hugo Grogg wohlwollender.

«Erstaunlich rund» oder «ein langer Abgang» sind als Komplimente zu deuten. Von jedem Fass bis zurück ins Jahr 2002 findet sich ein halber Liter in einer Flasche, nun wird emsig degustiert und notiert. «Hat beispielsweise ein Whisky zuviel Holz, können wir ihn in ein anderes Fass tun», zeigt Öufi-Brauerei-Inhaber Alex Künzle die einzige Möglichkeit auf, den Werdegang des edlen Trunks noch positiv zu beeinflussen.

Was lang währt...

17 Flaschen für 16 Fässer aus elf Jahren stehen am Dienstagnachmittag zur Degustation bereit. Von dunklem Bernstein über Essiggelb bis zu Wasserklar reicht die Farbpalette. Flasche 18 war noch gar nicht im Fass - es ist der erste Versuch, einen Rauch-Whisky zu produzieren. «Zu wenig Rauch», befindet die Testerrunde, und Künzle muss einräumen, noch nicht die Patentlösung fürs Räuchern von 400 Kilo Malz aus Altreuer Gerste herausgefunden zu haben.

Das Marsala-Eichenfass wird dem Whisky dennoch auf die Sprünge helfen - denn in einem Punkt sind sich die «Whisky-Macher» aus Solothurn einig: Elf Jahre muss ein Fass auf dem Buckel haben, ehe er in der schmucken Flasche abgefüllt in den Verkauf kommt. Und der Erfolg gibt Künzle wie Grogg recht: Bereits sind die 400 Flaschen des ersten Fasses vom Jahrgang 2002 weg. Im Herbst gibt's allerdings Nachschub auch für jene Whisky-Fans, die in der Brauerei getestet haben. Darunter auch Petra Anderegg, «angefreesen» von Schottland: «Ich spiele Dudelsack - aber dafür brauche ich keinen Whisky».