Räumen wir zuerst mit den reisserischen Märchen über den zu Ende gegangenen Sommer auf: Super war er, doch erhält er bei den beiden wichtigsten Kriterien nur eine schlappe Bronzemedaille. Über die drei Sommermonate hinweg brachte es der jetzige Jahrgang «nur» auf ein Mittel von 21 Grad. 2015 wars noch zwei zehntel Grad heisser und im wahrlich «Jahrtausendsommer» genannten 2003er Sommer sind die 23 Grad über Juni, Juli und August immer noch einsame, absolut nicht erreichte Spitze.

Jeder Monat war damals wärmer als dieses Jahr, wo der August mit 21,1 Grad zwar gut 2,5 Grad wärmer als «normal» ausfiel, aber den August 2003 auch um 1,4 Grad verfehlte. Und zumindest im Wallierhof Riedholz war der jetzige Sommer der noch feuchteste der drei «Supersommer» seit 2003: Damals fielen im Juni, Juli August nur 72,7 Liter oder Millimeter pro Quadratmeter im Monatsmittel. Diesmal waren es immerhin 93,3 Liter, was doch rund 80 Prozent der üblichen Sommermenge entspricht. Gold in Sachen Trockenheit holt dagegen der Sommer 2015 mit bloss 68 Litern im Monatsmittel.

Keine toten Fische in der Aare

Nun, mit 48,5 Litern in Solothurn und gut 50 im Wallerhof war der August aber der trockenste Monat des Sommers, die Regenmengen kamen nur strichweise in kleineren Quantitäten herunter und entschärften die Waldbrandgefahr nie wirklich. So war auch das wohltuende Feuerwerksverbot am 1. August völlig richtig am Platz, denn schon in den folgenden Tagen setzte es Rekordmaxima von bis zu 34 Grad und eine Reihe von Tropennächten ab, in denen die Temperatur nie unter 20 Grad sank. Feuchter wurde es am 8./9. August, aber doch ziemlich kühler bei viel Sonnenschein.

Erst gegen den 20. August wurde die 30-Grad-Marke wieder regelmässig geknackt, und die Aare-Freaks konnten sich über Wassertemperaturen von bis zu knapp 25 Grad freuen. Tote Fische wie im Rhein waren aber nicht zu beklagen – so bleiben die Cracks am eher kühl grauen Aareschwimmen-Tag, dem 18. August, unter sich. Eine letzte dreitägige Hochsommerperiode brachte die letzte Augustwoche, ehe sich ein hartnäckiger Höhentrog mit viel Wolken und Tagesmaxima klar unter 20 Grad über die Schweiz legte. Er leitete pünktlich auf den September und den Beginn des astronomischen Herbst diesen auch unverkennbar ein.

Goldener Herbtsommer?

Nun, noch vor einer guten Woche hatten die Langzeitmodelle uns wesentlich Besseres versprochen, und der «Rückfall» in sommerliche Zeiten gerät kürzer und längst nicht so warm wie es die netten «Sünneli»-Apps einst angezeigt hatten. Schon am Donnerstag macht sich eine schwache Störung bemerkbar, bringt auf Freitag etwas Regen, und am Samstag muss sich das Thermometer bei nur gerade 20 Grad bei rasant kürzer werdender Sonnenscheindauer wieder mühsam hochhangeln. Obs nächste Woche nochmals zu den angedeuteten 28 oder 29 Grad reicht, ist mit Vorsicht zu geniessen.