Kapuzinerkloster Solothurn

Bienenvolk suchte das Kloster heim – jetzt herrscht wieder Ruhe

Imker Max Tschumi schnitt scheibenweise Waben vom Balken, unter welchem das Bienenvolk «hauste».

Imker Max Tschumi schnitt scheibenweise Waben vom Balken, unter welchem das Bienenvolk «hauste».

Ein sehr grosses Bienenvolk hatte sich im Kapuzinerkloster in Solothurn festgesetzt. Bieneninspektor Max Tschumi musste sie entfernen – es klappte erst beim zweiten Anlauf.

Längere Zeit blieb der überaus grosse Bienenschwarm unbeachtet. Im Schutz eines Holzbalkens des ersten Obergeschosses im Hof des Kreuzgangs des Kapuzinerklosters. Das Bienenvolk liess sich häuslich nieder. Und baute dicke Schichten von Waben. Bis Bieneninspektor Max Tschumi aus Solothurn, Präsident des kantonalen Bienenzüchterverbandes, sich der Sache annahm, um das Bienenvolk zu entfernen. Dazu aber musste erst mal ein Dachdecker ein Podest auf das darunterliegende Vordach bauen.

Dort hinauf stemmte Max Tschumi ein hölzernes Bienenhaus, schnitt dann Scheibe um Scheibe vom Wabengebilde ab und legte sie ins Bienenhaus. Samt den darauf herumkrabbelnden Bienen. Bis schliesslich der grösste Teil des Bienenvolkes im Bienenhaus verstaut war. Der Imker legte den Bienen reichlich Honig als Nahrung ins neue Zuhause.

Denn als er die Waben scheibenweise entfernt hatte, stellte Max Tschumi fest, dass fast kein Honig drinnen war. Die geringe Honigproduktion vermochte das grosse Bienenvolk nicht zu ernähren. Den Bienen drohte der Hungertod. Darum die Honiggabe ins Bienenhaus. Dieses liess Imker Tschumi stehen. Um, wie er sagte, den noch frei fliegenden Bienen während zweier Tage Gelegenheit zu geben, ins Bienenhaus zu ihrem Volk zurückzukehren.

Doch bei einem Kontrollgang am Tag danach stellte Max Tschumi fest, dass sich die Bienen anders entschieden hatten: sie hatten den Honig im Haus verzehrt, waren aus dem Bienenhaus ausgebüxt und wieder an ihren vorherigen Ort unter dem Holzbalken geflogen. Ob es vielleicht eine neue Art namens «Mönchs-Bienen» war, die sich nur am Klosterbalken wohlfühlte? Wohl kaum.

Dann entfernte Tschumi das Bienenvolk endgültig. Mit einem Besen wischte er den grössten Teil des Bienenvolkes in einen Sack und beförderte sie darauf in eine Holzkiste. Den Rest der Bienen sog er mit der Saugkraft eines Staubsaugers in einen Metallbehälter. Das Bienenvolk ist nun beim Imker in Obhut.

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