Solothurn
Bieltor-Kiosk darf fünf Jahre lang keine Fasnachts-Plaketten mehr verkaufen

Zwischen dem Bieltor-Kiosk und der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft UNO lodert seit langem ein Streit betreffend dem Plakettenverkauf. Nun zieht die UNO einen Schlussstrich.

Andreas Kaufmann
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In den nächsten fünf Jahren darf der Bieltor-Kiosk keine Plaketten mehr verkaufen.

In den nächsten fünf Jahren darf der Bieltor-Kiosk keine Plaketten mehr verkaufen.

Andreas Kaufmann

Fünf Jahre lang keine Plaketten mehr zum Verkauf – so das Urteil, das die Vereinigte Fasnachtsgesellschaft UNO gegen den Kiosk am Bieltor im Mai ausgesprochen hatte. Vor einigen Tagen wurden alle Solothurner Fasnachtsgruppierungen über diesen Entscheid informiert, dies mit dem Hinweis, dass auch jene mit diesen Sanktionen belegt würden, die dem Kiosk der Familie Jenni Fasnachtsplaketten zum Verkauf weitergeben würden.

Eine krude Vorgehensweise, die ihr schon manche Nächte lang den Schlaf geraubt habe, findet Elsbeth Jenni: «Seit sicher 40 Jahren verkaufen wir nun die Plaketten, nicht zuletzt, weil wir selbst auch leidenschaftliche Fasnächtler sind und dachten, mit unserem Einsatz etwas Gutes zu tun.» Es stimme sie traurig, dass man ein alteingesessenes Geschäft – der Kiosk wirkt seit 75 Jahren als Familienbetrieb am Amthausplatz – so plage. Doch wo steckt der Wurm im Zankapfel?

«Der Kiosk hat sich nicht an die Spielregeln gehalten», äussert sich dazu Markus Wälti, seit diesem Sommer nach Max Käser neuer Ober-Ober der UNO. Und die Spielregeln lauten wie folgt: Am Fasnachtsfreitag werden die verbliebenen Plaketten von den Verkaufsstellen eingezogen und landen beim Plakettenchef, um vor allem übers Wochenende durch die offiziellen UNO-Verkäufer feilgeboten zu werden. Gerade für den grossen Umzug am Sonntagsnachmittag strömt viel auswärtiges Fasnachtspublikum in die Altstadt, wobei die Plakette als Eintrittsticket dient. «Der Kiosk hat aber neben unserer Security weiter Plaketten verkauft», so Wälti weiter, so-dass es 2012 zum Eklat mit wüsten Beschimpfungen gekommen sei. «Jede Stammzunft hält sich dran und gibt die Plaketten zurück.» Die Auseinandersetzungen mit dem Kiosk seien – wie Wälti bei seiner Amtsübernahme mitbekommen hat – seit Jahren immer wieder Gegenstand von UNO-Vorstandssitzungen gewesen. Im März 2012 dann die Sperre: Zwölf Vorstandsmitglieder stimmten dafür, eines enthielt sich. Dennoch habe der damals amtierende Ober-Ober entgegen diesem Entscheid Kulanz mit dem Bieltor-Kiosk walten lassen und einen Verkauf gewährt.

Diskussion ist beendet

Rolf Jenni, der Sohn von Elsbeth Jenni, war als Mitglied der «Ambassadorebäse» die jeweilige Kontaktperson zwischen dem Kiosk und der UNO. Er findet es nicht in Ordnung, dass seitens der Fasnachtsgesellschaft die Spielregeln nach Jahren, in denen es gut lief, geändert wurden. Seine kürzlichen Versuche, mit der UNO Kontakt aufzunehmen, blieben unbeantwortet. Ausserdem habe man dem Kiosk auch vergangene Verkaufsprovisionen gestrichen. Sie hofft ihrerseits weiterhin auf das Gewohnheitsrecht und kennt viele Plakettensammler, die bei ihr auch noch am Fasnachtsdienstag vorbeischauen.

Markus Wälti sieht die Sache im Nachgang der im Mai wiederholten und einstimmig beschlossenen Sanktionierung konsequenter als sein Vorgänger: «Ich kann den Sperrungsentscheid nicht gegen den Willen des Vorstands wieder rückgängig machen. Wir verlieren sonst an Glaubwürdigkeit gegenüber allen Fasnachtsgruppen.» Gleichzeitig bedauert er, dass die Sanktionen mit Einbussen für den Kiosk verbunden sind. «Fünf Jahre sind schon hart, aber es bleibt offen, danach wieder einen Antrag für den Verkauf zu stellen.» Zu Jennis hält er unterdessen Funkstille: «Ich diskutiere nicht mehr.»

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