Vor 50 Jahren
Bichsel und Zigarrenrauch: Solothurner Filmtage anno dazumal

Die Solothurner Filmtage feiern Jubiläum. Für die Veranstalter Anlass, einen Blick zurück zu werfen. Wir haben schon einmal im Schweizer Filmarchiv gewühlt und die Berichterstattung von anno dazumal ausgegraben.

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1. Ausgabe: Solothurner Filmtage anno 1966

1. Ausgabe: Solothurner Filmtage anno 1966

Schweizer Filmarchiv

Alte Hasen und Jungspunde, Klassiker und Debütfilme, Vergangenheit und Zukunft: Die 50. Solothurner Filmtage feiern an ihrer Jubiläumsausgabe die jüngste Generation hiesiger Filmemacher, aber auch die reiche Vergangenheit des Schweizer Films.

«Es freut mich sehr, dass viele starke Debütfilme von jungen Schweizer Filmschaffenden im diesjährigen Programm sind», sagte Filmtage-Direktorin Seraina Rohrer am Dienstag in Zürich vor den Medien. Im Zentrum der Geschichten der jungen Filmemacher stünden häufig «die Familie, das Private, die Selbstverwirklichung».

«Fruchtbringende Diskussion der Subventionspolitik»

Darin unterscheiden sich die Debüts von heute von jenen von 1966: «Damals war das Politische hoch im Kurs. Politik ist im 50. Jahrgang auf der Leinwand weniger stark vertreten», so Rohner.

Ums Politische ging es überhaupt an der ersten Ausgabe 1966. «Wir hoffen auf eine fruchtbringende Diskussion der Subventionspolitik des Bundehauses», sagte der Vater der Solothurner Filmtage, Paul Schmid, damals vor den Medien.

«Hat der Schweizer Film eine Zukunft?», fragte die Schweizer Film-Wochenschau. Und fand die Antwort sogleich in Solothurn: «Eine Informationsschau» habe bewiesen, dass «guter Nachwuchs vorhanden» ist.

«Kontaktnahme fördern»

Die von der Filmgilde Solothurn veranstalteten Filmtage sollten «die Kontaktnahme aller am Schweizer Film interessierten fördern». So wurde dann auch im Zigarrenrauch diskutiert.

Solothurner Filmtage in den 80er-Jahren: Konzertsaal als Spielstätte.

Solothurner Filmtage in den 80er-Jahren: Konzertsaal als Spielstätte.

Solothurner Filmtage

Auch an der Jubiläumsausgabe im Januar 2015 will Filmtage-Direktorin Rohrer die Kontaktaufnahme fördern. Filmemacher der ersten Stunde der Filmtage treffen auf die Generation heutiger Regisseure. Dies soll den Austausch der Generationen fördern.

Teilweise kontrovers diskutierte Meilensteine des Schweizer Films und damit der Filmtage laufen in der Sektion «L'expérience Soleure».

Mit von der Partie: Der Oltner Schriftsteller Peter Bichsel. Er lobte 1967 Fredi M. Murers Porträt über den Berner Eisenplasiker Bernhard Luginbühl als «eine ganz eigenartige Sache».

Fredi M. Murer, wurde an der zweiten Ausgabe der Filmtage als Entdeckung gefeiert. Dieses Jahr übrigens hat die Schweizer Filmakademie sein Werk «Höhenfeuer» aus dem Jahr 1985 zum beste Schweizer Film gekürt.

Generationentreffen 2015

In der Ausgabe 2015 gehören Maurizius Staerkle-Drux' Debütfilm «Die Böhms - Architektur einer Familie», Karim Patwas Spielfilm «Driften» oder der Dokumentarfilm «Mitten ins Land» von Norbert Wiedmer gehört zu den Glanzlichtern.

2015: Das Plakat der 50. Solothurner Filmtage.

2015: Das Plakat der 50. Solothurner Filmtage.

Solothurner Filmtage

Mit Spannung erwartet werden zwei weitere Premieren: Stina Werenfels zeigt ihren neuen Spielfilm «Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern», eine Adaption von Lukas Bärfuss' Theaterstück, und Paul Riniker präsentiert «Usfahrt Oerlike» mit Jörg Schneider und Mathias Gnädinger in den Hauptrollen.

Eröffnet werden die 50. Solothurner Filmtage am 22. Januar – nach einer Rede von Bundesrat Alain Berset – vom Spielfilm «Unter der Haut». (sda/smo)