Stadtbummel Solothurn
Bewegung über und unter der Erde

Mark A. Herzig
Mark A. Herzig
Drucken
Teilen
Die Eisenbahnbrücke. Hier gibt es viel Bewegung.

Die Eisenbahnbrücke. Hier gibt es viel Bewegung.

Wolfgang Wagmann

Unter der Erde liegen für einmal nicht Schätze, sondern viele Kosten verborgen – hat sich der Stadtbummler sagen lassen. Gemeint seien solche, die in maroden Werkleitungen aller Art schlummern. Deshalb seien in verschiedenen Gemeinden über Jahre hinweg die Budgets nicht rot geworden. Bei solch verborgenen Dingen weiss man ja zwar nie, aber in unserer Stadt scheint man sich solcher «ruhender Lasten» bewusst zu sein. Es wird zu den Versorgungsleitungen geschaut. Besonders in der Vorstadt ist dies in den letzten Jahren – nicht gerade zur Freude von Anwohnern und Geschäften – besonders intensiv getan worden. Strassen und Trottoirs aufmachen, zumachen, und auf und zu ...

Am Postplatz haben wir Bummler oder allgemeiner gesagt, alle wir Fussgänger auch wieder ausgiebige Arbeiten bewundern können, falls wir die heikle Engnis Richtung Römerstrasse oder umgekehrt und nicht den Umweg via ehemaliges Postgebäude gewählt haben. Der Postplatz soll dereinst neu organisiert und ästhetisch aufgemotzt werden – schön wärs. Denn von dort aus lässt sich sommers wie winters die schöne, alte Gebäudezeile am jenseitigen Ufer bewundern, vom Krummturm bis zum Bürgerhaus und weiter.

Auch der imposante Landi-Bau lässt sich vom Postplatz aus betrachten. Er ist zwar nicht im Stil, aber doch immerhin von seinen Ausmassen her barock, betont durch den charakteristischen Siloturm. Und Bewegung gibt es auch zu sehen: über die Eisenbahnbrücke sind allerhand Zugskompositionen wahrzunehmen – vom Güter- bis zum Neigezug. Vielleicht wird ja sogar die Landhausquai-Meile weitergezogen bis unter Bäumchen, zu einem Café oder so. Hoffen dürfen wir, auch wenn wir in den vergangenen Jahren mit Platzgestaltungen nicht immer Glück hatten. Den Amthaus- und denDornacherplatz finden noch heute viele Leute nicht schön– der Gewöhnungseffekt scheint eben noch nicht gewirkt zu haben.

Aber immerhin: Ein Erfolg ist auf der Strasse vis-à-vis der ehemaligen Handelsbank doch erzielt worden: die für Zweiradfahrer und allerhand Fussgänger gefährlichen Wellen im Deckbelag sind jetzt verschwunden. Eine ähnliche Situation, allerdings in der Pflästerung, stellt auch die Delle beim Brunnen gegenüber der Franziskanerkirche dar. Eine Falle für den, der nicht gut sieht.

Auch die Pflästerung wird repariert, vorab rund um die Versorgungsschächte, Abläufe und Hydranten – das Strassenbett, Leitungen und deren Zuführungen werden so geschützt. Das ist sicher gut, weil eben sicher und gut – nur nicht so schön. Aber man kann nicht alles haben. Und daran gewöhnen werden sich die meisten.