Die Neueröffnung des Theaters Mausefalle 2012 hat das Teatro Mobile unter dem Titel «Wäge dem gaht doch d’Wält nöd under» mit einem Strauss an Cabaret-Nummern und so grossem Erfolg bestritten, dass sich eine Fortsetzung förmlich aufdrängte.

Nun ist es denn auch so weit. «Mir machets namal» heisst das neue Programm mit etlichen frischen Sketches. Wie auch bei den Original-Darstellern seinerzeit üblich, sind auf der Bühne nur wenige multipel einzusetzende Versatzstücke zu sehen – etwa das oft unentbehrliche Telefon. Umso präziser muss die Lichtführung (Silvan Andraschko, Johnny Sollberger) sein.

Aus dem reichhaltigen Schatz der zeitlosen Cabaret-Nummern dominieren die Texte des Cabarest Rotstift und von Cesar Keiser. Die Stärke bei Ersteren liegt in der Schilderung von Alltagssituationen und beim Kampf mit den Objekten, bei Letzterem ist es die geschliffene Sprache des Wortwitzes.

Wenn sich ein Vater vornimmt, seinen Sohn aufzuklären, und sich dabei so schwertut, dass er Bienchen und Hühner durcheinanderbringt; wenn sich ein Beamter auf eine Rede vorbereitet, während er krampfhaft versucht, sich die Fliege zu binden und die Festansprache dabei vollends aus dem Ruder gerät, dann kann das Publikum vor Vergnügen Tränen lachen.

Den Darstellern auf der Bühne wird indessen äusserste Konzentration abverlangt. Nicht nur die Texte, auch inzwischen verstorbene Protagonisten werden wieder lebendig. Da klingen der Demokrat Läppli oder Professor CKDT wie einst Alfred Rasser mit seinem Baseldytsch. Auch Walter Roderer feiert im «Fundbüro» oder beim «Fackelzug» eine Auferstehung. Einer sprachlichen Meisterleistung bedarf ebenso das «Bärndütsche Gschichtli» des Oltners Franz Hohler, der eines seiner ersten Soloprogramme am Stadttheater Solothurn bestritt.

Vielfältige Charaktere

Die vielen männlichen Rollen werden von drei Darstellern bewältigt, die immer wieder in neue Charaktere schlüpfen müssen. Pascal M. Estermann, Patrick Kappeler und Daniel Tschumi absolvieren dieses Mammutprogramm mit einer Leichtigkeit, hinter der natürlich viel Arbeit steckt.

Franziska Bussmann, die im ersten Cabaret-Programm von 2012 nur Zwischentexte und Ansagen sprach, kann sich im neuen Programm auch als Spielerin präsentieren. Das darf als Bereicherung des Programms gewertet werden. Vor allem spielt sie Figuren, die einmal von Ces Keisers Gattin, Margrit Läubli, verkörpert wurden. Ob Hippie-Frau oder genervte Hausfrau, Franziska Bussmann findet immer den richtigen Ton. Zu Recht wurde das Quartett bei der Premiere im ausverkauften Saal mit frenetischem Applaus bedacht.

Weitere Aufführungen: Sa., 3. Januar, Do./Fr., 8./9. Januar jeweils 20 Uhr, So., 11. Januar 17 Uhr, Fr./Sa., 16./17. Januar jeweils 20 Uhr und So., 18. Januar 17 Uhr.