Solothurn
Beste Bedingungen für die Aare-Schwimmer

Das Aareschwimmen wurde bereits zum 55. Mal ausgetragen – bei strahlendem Sonnenschein. Die 1,3 Kilometer lange Strecke zu absolvieren, bleibt für viele Wasserratten attraktiv.

Katharina Arni-Howald
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Anstehen fürs Aareschwimmen 2016
30 Bilder
Impressionen vom Aareschwimmen
Impressionen vom Aareschwimmen
Eincremen ist wichtig bei diesem Wetter
Registrieren fürs Aareschwimmen
Impressionen vom Aareschwimmen
Badekappe montieren
Auch die Schwimmbrille darf bei vielen nicht fehlen
Und rein in die Aare
Sie sind am Ende der Strecke angekommen
Impressionen vom Aareschwimmen
Aareschwimmen
Eine der Spassgruppen
Eine der Spassgruppen
Impressionen vom Aareschwimmen

Anstehen fürs Aareschwimmen 2016

Hansjörg Sahli

Für einmal ist das Tor südöstlich der Solothurner Badi geöffnet. Und für einmal in diesem Sommer wölbt sich ein makellos blauer Himmel über der Aarestadt. Weder schlechtes Wetter noch eine starke Strömung vermiesen das 55. Aareschwimmen.

Die Organisatoren des neu gegründeten Trägervereins «Aareschwimmen Solothurn» frohlocken. Ein Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Vor der provisorisch aufgestellten Anmeldungstheke bilden sich immer längere Schlangen. Ab und zu kommt es zu einem etwas lauteren Wortwechsel. Es wird nach Namen und Startnummern gesucht, und das Ausfüllen des Anmeldungsformulars dauert eine Weile.

Das waren die Schnellsten

Bestzeiten Damen:
1. Pia Müller (41-50), 16:41
2. Anna Wolf (41-50), 17:11
3. Sabine Stotzer (31-40), 18:14
4. Petra Mollet (31-40), 18:43

Bestzeiten Männer:
1. Basil Scheuermeyer (U20), 12:51
2. Victor Voicu (U20), 12:52
3. Robert Voicu (U20), 13:07
4. Rosario Nuccio (41-50), 13:4

Es sind vor allem jüngere Menschen, die sich spontan entschieden haben, am traditionellen Volksschwimmen teilzunehmen. Während die Älteren bereits wissen, wie der Hase läuft, ist eine stattliche Anzahl der jungen Schwimmer zum ersten Mal dabei. Jene, die einen Spitzenplatz anstreben, sind in der Minderheit. Die Mehrheit teilt die Meinung einer älteren Bernerin: «Ein Spitzenplatz muss es nicht sein. Ich will mich nicht mit den Stärkeren messen, sondern mich der speziellen Atmosphäre hingeben und die andere Perspektive auf die Stadt geniessen.»

Nervös sind alle

Ob Geniesser oder Sportschwimmer, ein bisschen nervös sind alle. Doch die Vorfreude, vom unteren Badisteg dem Aareufer entlang zum «Solheure» schwimmen zu können, ist stärker als das mulmige Gefühl, die 1,3 Kilometer lange Strecke entweder nicht bewältigen zu können oder nicht als Erster ins Ziel zu kommen. Wer Glück hat, kann auf Verwandte und Freunde zählen, die ihnen vom Aareufer oder den Brücken her zuwinken und sie zu einer guten Leistung anspornen.

Gelassen nimmt es auch Fidel Grüninger. Der alteingesessene Solothurner sitzt auf einer Bank beim Kinderspielplatz, wo sich die Aareschwimmer mit den anderen Badegästen mischen und rot-weisse Badekappen verteilt werden. Und er strahlt: «Das Aareschwimmen hat Tradition. Als Solothurner muss man diesen Anlass einfach unterstützen und dafür sorgen, dass er weiterlebt.»

zvg

Das ist auch im Sinn von Peter Mosimann aus Wangen an der Aare, der auch Seen überquert. «Ich mache seit mindestens 30 Jahren das Aareschwimmen mit, und die Organisation klappt immer tipptopp.» Noch schöner sagt es Ursula Büttler aus dem Riedholz: «Es geht darum, dass man sich freut und den Plausch hat. Das Aareschwimmen ist ein toller Anlass, was zählt, ist das Mitmachen.»

Sicherheit gewährleistet

Doch jetzt gilt es trotz allen schönen Worten ernst. Auf dem Steg machen sich die Schwimmerinnen und Schwimmer für den ersten Lauf bereit. Die Anzeigetafel beim oberen Aaresteg zeigt eine Wassertemperatur von 20 Grad an. Auf dem Wasser warten die Rettungsschwimmer der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft Solothurn, Kanuten und ein Polizeiboot auf die sportlichen Schwimmer. Ihr Einsatz ist dann gefragt, wenn ein Teilnehmer Hilfe braucht, sei dies wegen Erschöpfung oder eines Muskelkrampfs. Die Augen sind vor allem auf ältere Teilnehmer oder wenig geübte Schwimmer gerichtet. Unterstützt werden sie am Ziel durch den Samariterverein.

Das Feld der Schwimmenden fällt rasch auseinander. Während die einen crawlend das Ziel anvisieren, nehmen es die anderen wie geplant locker. Glücklich sind schliesslich alle und werden von Speaker Peter Wagner freudig begrüsst. «Beim Einstieg war das Wasser kalt, aber nach einigen Zügen war es sehr angenehm», sagt eine Schwimmerin, die voller Stolz ihre Medaille entgegennimmt. Den Abschluss der vier Gruppen machen wie immer die gut aufgestellten Plauschschwimmer. Die einen richten ihre Wasserpistolen auf das an der Aaremauer stehende Publikum, die anderen tragen statt Badekappen bunte Hüte.

Fischknusperli und Bratwürste

Die gemütliche Festwirtschaft füllt sich allmählich. Serviert werden Fischknusperli, Bratwürste und Risotto. Stefan Ryser, Gründungsmitglied des neuen Vereins, ist mit dem Anlass voll zufrieden. «Wir wurden überrascht von den vielen spontanen Anmeldungen», freut er sich. Trotzdem gehe die Suche nach Sponsoren weiter, mit dem Ziel, das Startgeld noch mehr zu reduzieren.