Solothurn

Besondere Gäste schlängeln durchs Gewächshaus

Eine Reptilienausstellung des Terrarienverein Deutschschweiz Solothurn in der Waibel Gärtnerei zeigt unter anderem Schlangen, Echsen und Frösche. Der Verein hat seine Wurzeln in Trimbach und feiert mit der Ausstellung noch bis am 29. April sein 30-jähriges Bestehen.

Wenn die Frühlingswärme langsam ins Gewächshaus der Gärtnerei Waibel strömt und auch die Sonnenstrahlen durchs Blätterdach dringen, dann regen sich auch die ungewöhnlichen Gäste, die bis zum 29. April dort wohnen. Eine kleine Vorstellungsrunde gefällig? Die giftgrüne Trugnatter hangelt sich quirlig von Ast zu Ast.

Die Rosenkäferfamilie krabbelt durchs Unterholz. Die Vogelspinne versteckt sich nach «durchzechter» Nacht im Dickicht. Die Kornnattern – eigentlich keine geselligen Tiere – «kuscheln» sich kugelförmig in der wärmsten Ecke des Terrariums zusammen. Der Pfeilgiftfrosch macht demonstrativ das «Männchen». Die Teju-Echse nimmt ein Sonnenbad, während sie auf den nächsten Happen wartet. Der Moosfrosch wird eins mit seiner Umgebung.

Die gefährliche Königskobra, die auch einen Elefanten ausser Gefecht setzen könnte, blickt ebenso aufmerksam durch die Scheibe, wie der Betrachter von aussen hineinguckt. Und die Klapperschlange posiert selbstsicher, wie es sich für eine Giftschlange gehört, lässt dabei aber das Rasseln bleiben. «Ein gutes Zeichen», sagt einer, der sich mit Reptilien und anderen Terrarien-Bewohnern auskennt. «Denn wenn sie klappert, dann weil sie sich gestresst oder bedroht fühlt», weiss Roland Kleger.

Er ist Präsident des Terrarienvereins Deutschschweiz, der zusammen mit seinem Team eine mannigfaltige Auswahl nicht ganz alltäglicher Haustiere aus aller Welt in einer Ausstellung im Gewächshaus an der Oberen Sternengasse zeigt. Die grossmehrheitlich in Gefangenschaft geborenen Tiere stammen alle aus privaten Beständen der Vereinsmitglieder.

Reptilienausstellung des Terrarienverein Deutschschweiz Solothurn in der Waibel Gärtnerei

Ein Einblick in die Reptilienausstellung des Terrarienverein Deutschschweiz

Jubiläumsanlass in Solothurn

Sie sind es, die leidenschaftlichen Terrarienfans, die die aufwendige Ausstellung auf die Beine gestellt haben. «Das machen wir aber nur rund alle zehn Jahre», sagt Kleger. Wie zum 30-jährigen Bestehen, das die engagierte Gruppe heuer feiert.

Aus einem wachsenden, ursprünglich lokalen, Trimbacher Verein nämlich war alsbald der Terrarienverein Deutschschweiz entstanden. Für die aktuelle Ausstellung suchte man naheliegenderweise einen Ort in der weiteren Region. Und das Gewächshaus liefert mit seiner Begrünung schon das für die Ausstellung nötige Ambiente.

Was nicht heisst, dass man sich bei der Ausschmückung der einzelnen Terrarien nicht ebenso ins Zeug gelegt hat. Ästhetik fürs Auge des Betrachters und Komfort für die Tiere kommen gleichermassen zum Zug, wird doch jedes Exemplar in einer dem natürlichen Lebensraum nachempfundenen Umgebung gezeigt. Was heisst, dass es auch etwas Geduld braucht, bis man die teils gut getarnten Gäste erblickt.

Ursprünglich durch eine Tierhaarallergie kam Roland Kleger zu seiner Leidenschaft. «Seit ich zwölf bin, halte ich Schlangen und Reptilien» – und aus dem Hobby wurde später auch Beruf: Heute ist Kleger Tierpfleger im Basler «Zolli». Und wer weiss? Vielleicht kommt auch der eine oder andere jüngere Besucher in den kommenden Tagen auf die tierische Idee, denselben Weg einzuschlagen ...

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