Heusler schaffte es locker, am Montagabend den grossen Saal im Solothurner Alten Spital zu füllen. Als FCB-Präsident wurde er zur Kultfigur, ähnlich wie Uli Hoeness beim FC Bayern München. Mit einem kleinen, aber entscheidenden Unterschied: Bernhard Heusler ist Doktor der Rechtswissenschaften und lernte – im krassen Gegensatz zu Hoeness – was das Gesetz bedeutet.

«Sie haben doch einen rechten Beruf gelernt. Was ist schiefgelaufen, dass sie im Sumpf des Fussballs versinken?» Solche Fragen seien ihm am Anfang ab und zu gestellt worden, sagte Heusler zu Beginn seines Vortrags vor dem Panathlon-Club Solothurn. Er habe für den FC Basel eine Vision gehabt. Schweizer Meister, Cupsieger und regelmässiger Teilnehmer in der Champions League sollte der FCB werden, und gleichzeitig sollte eine Charta gelebt werden, die Respekt, Fairplay und Ehrlichkeit beinhaltet.

Nach einer Serie von acht Meistertiteln ist er als Präsident zurückgetreten. «Wir wurden ein Opfer unseres eigenen Erfolges und es war an der Zeit, dass neue Leute neue Visionen anstreben», sagte Heusler. Und auf dem Bildschirm leuchtete die Überschrift: «Erfolg im Überschuss – bis zum Überdruss.» Deshalb sei er auf dem Höhepunkt gegangen.

«Die Führung tritt im Erfolg in den Hintergrund. Bei Problemen stellt sie sich schützend vorne hin und übernimmt die Verantwortung», erklärte Heusler seine Führungsgrundsätze. Und: «Man muss den Menschen zuhören und verstehen, wie sie denken, bevor man entscheidet.» Dialogisches Führen nannte das der 53-Jährige. Andere Richtsätze waren deutlich näher am Fussball: «Man muss etwas ändern, so lange es noch gut läuft. Wenn ein Spieler in der vergangenen Saison 25 Tore erzielt hat, kann das der Zeitpunkt sein, ihn ziehen zu lassen, wenn die Klubleitung zur Erkenntnis kommt, dass er das in der nächsten Saison nicht mehr abrufen kann. Dann macht man sich als Präsident bei den Fans sehr unbeliebt, aber der langfristige Erfolg des Vereins ist viel wichtiger als kurzfristige Sympathien.»

Der Fussball lebe eben von Geschichten über Helden und Versager, wobei sich die Rollen innert weniger Tage total verändern können. Als Beispiel nannte Heusler die 1:5-Niederlage gegen Real Madrid in der Champions League 2014, als der FC Basel vom «Blick» zerrissen wurde. Eine Woche später waren die Basler nach dem Sieg gegen Liverpool wieder die Helden.

Keine Lust auf die Bundesliga

Nach der unterhaltsamen One-Man-Show voller Anekdoten begab sich Peter Wüthrich, der Präsident des Panathlon-Clubs, auf die kleine Bühne, um Bernhard Heusler im Gespräch noch ein paar Geheimnisse zu entlocken. Auf die Frage, ob er denn nun eines der Angebote annehmen und einen Grossverein wie Leverkusen als Präsident führen möchte, druckste sich der Erfolgsmanager ein wenig. «Die einzigartige Situation in Basel, wo ich keinen Chef hatte und wir im kleinen Gremium rasch entscheiden konnten, wird es in der Bundesliga nicht geben. Dort müsste ich als CEO einen Verein leiten, konstant Erfolge abliefern und Rechenschaft ablegen. Der Druck wäre sehr gross und ich weiss nicht, ob ich das meiner Familie zum jetzigen Zeitpunkt antun möchte.»

Da Heusler auf ein Honorar verzichtete, spendete der Panathlon-Club, der sich der Förderung aller Sportarten verschrieben hat, 500 Franken für die Nachwuchsabteilung des FC Solothurn.