Der Hammer fiel überraschend schnell am Dienstagmorgen: Ohne jegliche Konkurrenz ersteigerte Peter Ammann von der Ammann Globalbau AG aus Hilterfingen das Sportzentrum der CIS Solothurn AG. Sein Angebot von 4,51 Mio. Franken blieb das einzige. Damit wurde zwar die betreibungsamtliche Schätzung von rund 6,6 Mio. weit unterboten, ebenfalls die Forderungen von gut 5 Mio. Franken der Schuldnerbank AEK Thun. Überdies ist die Ammann Globalbau AG ebenfalls als Gläubigerin im Lastenverzeichnis vermerkt - mit einer Forderung von 800'000 Franken.

Über die Motive und Pläne für die sanierungsbedürftige Infrastruktur wollte sich die neue Besitzerschaft unter Peter Ammann noch nicht äussern. Vertraglich weiterhin gesichert ist, dass die neue Besitzerschaft während 1300 Jahresstunden eine Sportinfrastruktur für Trainings- und Wettkampfzwecke sicherstellen muss. 

Prekär wird die Situation für die Beachstyle GmbH, die auf dem Gelände ein Eventareal verwirklichen will: Die Versteigerung wurde in einem so genannten Doppelrufverfahren durchgeführt. Dies hat nun zur Folge, dass langfristige Verträge, eben unter anderem mit Beachstyle, nicht von Ammann Globalbau AG übernommen werden. Wie Matthias Roth von Beachstyle andeutet, habe man schon einige Investitionskosten aufgewendet. Die Hoffnung bleibt bestehen, dass sich neue Verträge aushandeln lassen.

Kaufabsichten hatte im Vorfeld auch die Interessengemeinschaft Sport Solothurn IGSSO geäussert, die die nutzniessenden Vereine vertritt. Dessen Präsident Simon Michel zeigt sich erstaunt über den hohen Kaufpreis, wertet die Ammann Globalbau AG gleichzeitig als potenten Investor. «Unser Ziel als Vertretung der Sportvereine ist es, einen nachhaltigen, sicheren und bedürfnisgerechten Sportbetrieb aufzubauen», so Michel.

Dabei reichen die Idee über das CIS selbst hinaus: «Das vorhandene Sportzentrum kann die bestehenden Bedürfnisse nie und nimmer abdecken.» Aus diesem Grund sei eine weitere Ballsporthalle im Weitblick das langfristige Ziel.