Ruderclub Solothurn

Bereit für die nächsten 100 Jahre

Das neue (fast) fertige Bootshaus wurde nach acht Monaten Bauzeit am Samstag feierlich eingeweiht. Zwar sind die Baugerüste noch nicht alle abgebaut, aber die Basis für die Solothurner Ruderer steht.

Wer in den kommenden Ostertagen über die Römerstrasse der Aare entlang flanieren wird, denkt vielleicht: Hübsch haben die Ruderer ihr Klubhaus herausgeputzt. Ob sie es frisch gestrichen haben? Aber was hinter der schönen Fassade versteckt ist, fällt auf den ersten Blick gar nicht auf. In weniger als acht Monaten Bauzeit hat sich der Solothurner Ruderclub SRC hier eine moderne und gleichzeitig heimelige Basis geschaffen, die fast gleich aussieht wie das hundertjährige Bootshaus, das vor einem Jahr noch an dieser Stelle stand. «Einerseits war es eine Vorbedingung der Stadt, dass in der Uferfreihaltezone das Erscheinungsbild nicht verändert werden darf, andererseits gefiel uns ganz einfach das alte Bootshaus», erklärte Mike Mattiello von den phalt Architekten das Konzept. «Die grösste Herausforderung stellte die Vergrösserung der früher viel zu kleinen Garderoben dar. Der Dachstock war zu tief, aber wir durften die Höhe des Dachgiebels nicht ändern. Deshalb haben wir den Boden des Hauses um 60 Zentimeter abgesenkt, ohne dass man das heute von aussen erkennen könnte.»

Prunkstück (fast) für ewig

Am Samstag haben nun die Ruderer die Schlüssel ihres Hauses im Rahmen eines kleinen Festes von den Architekten übernommen. «Ich kann mir nichts vorstellen, das man hätte besser machen können», sagte Präsident Franz Herger in seiner kurzen Ansprache. Er dankte allen, die mitgeholfen haben, das neue Prunkstück zu realisieren. «Jetzt ist der Ruderklub gerüstet für die nächsten 100 Jahre.» Dann wagte sich Mike Mattiello auf eine wackelige Leiter und montierte das alte Schild mit der Hausnummer 29.

Bevor es so weit war, wurden am Morgen die Boote auf dem Vorplatz feinsäuberlich gewaschen und poliert, dann kamen sie in der grossen Halle an ihren Platz auf den Gestellen. Kleinere Reparaturen können nun gleich in der neuen Werkstatt ausgeführt werden. In der Mitte der grossen Halle hat es elektrische Lifte, um die kleineren Boote unter der Decke zu versorgen. Neu sind die diskret in der Fassade versenkten Lichtschlitze – welch ein Unterschied zu der düsteren Bootshalle von früher! Die neuen Dachluken sorgen für ein angenehmes Licht in den Duschen, das durch das helle Tannenholz der Wände unterstützt wird, das im Inneren des ganzen Bootshauses dominiert. Die neuen Dachfenster sind gegen Norden orientiert und fügen sich derart gut ins Gesamtbild ein, dass man das Gefühl bekommt, als wären diese Luken schon immer da gewesen.

Die Liebe zum Detail zeigt sich auch bei den energiesparenden Lampen, die trotz moderner Technik ein nostalgisches Gefühl vermitteln. Noch ein paar Tage stehen die Baugerüste vor der Fassade, aber man kann bereits erkennen: Die Römerstrasse 29 am Aareufer ist mehr als nur ein modernes Bootshaus für den traditionsreichen Solothurner Ruderclub.

Das hübsche Haus fügt sich auch wunderbar in die Uferlandschaft ein. «Wir haben 250 engagierte Mitglieder, die sich finanziell beteiligt haben», erklärt Christoph Bünger, wie der Ruderclub die rund 2,2 Millionen Franken aufbringen konnte, die das neue Bootshaus kostete. «Vor einigen Jahren haben wir mit den Rückstellungen begonnen, und die Regiobank hilft uns mit einem Hypothekarkredit zu sehr vorteilhaften Konditionen.»

Ab sofort können die Ruderer in ihrem heimeligen Klubraum mit dem riesigen Freisitz das Vereinsleben geniessen. Und der nächste Höhepunkt folgt schon in drei Wochen: Am 29. April wird um 10 Uhr der «Stämpfli-Express» beim Bootshaus ins Wasser gelassen – das weltweit längste Boot seiner Art mit 24 Ruderern.

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