Solothurn

Bejubeltes Heimspiel: Stadtorchester spielt Neujahrskonzert

Stadtorchester Solothurn spielt ein Neujahrskonzert. (Archivbild)

Stadtorchester Solothurn spielt ein Neujahrskonzert. (Archivbild)

Das Stadtorchester Solothurn mit Sopranistin Amelia Scicolone.

Mozart-Wettbewerb in Salzburg, Königin der Nacht an den Osterfestspielen in Baden-Baden, Donizettis Adina und Norina an ihrem Stammhaus, dem Nationaltheater Mannheim, und nun konzertant Donizettis Lucia mit «Regnava nel silenzio» – begleitet vom Stadtorchester Solothurn. Angereichert mit Mozart-Glück und Operetten-Seligkeit, gab die Grenchner Sopranistin Amelia Scicolone mit dem Neujahrskonzert sozusagen ein bejubeltes Heimspiel. Zumal sie erst mit dem renommierten Förderpreis der Kurt und Barbara Alten-Stiftung Solothurn verliehen.

Die Italo-Schweizerin steht am Beginn einer beachtlichen Karriere. Amelia Scicolones Stimme klingt silbrig hell, glockenrein und leuchtend. Damit ist sie prädestiniert für die Musik Mozarts, die sie erfolgreich auf vielen Bühnen und in Konzerten singt. Mit der mit Schwierigkeiten gespickten Konzertarie «Vorrei spiegarvi, oh Dio» gab sie eine Kostprobe, wie mühelos, eloquent und virtuos sie Spitzentöne und Oktavensprünge meistert, verströmtes Mozart-Glück pur. Amelia Scicolone hatte sechs Arien von ganz unterschiedlichem Duktus zusammengestellt. Höhepunkt war die Cavatine «Regnava nel silenzio» aus dem ersten Akt der «Lucia di Lammermoor». Amelia Sccolone brachte das Gespenstische und Düstere empathisch ein, sang die Phrasen auf den Atem, reüssierte mit exquisitem Timbre. Die «Lucia» könnte eine weitere Paradepartie im Reigen von Amelia Scicolones Donizetti-Rollen werden. Ihr lyrischer und koloraturgewandter Sopran gebietet über alle dafür erforderlichen Belcanto-Qualitäten.

Neben der grossen Oper beglückte auch die leichte Muse. Wobei sie und das Orchester mit dem Frühlingsstimmenwalzer von Johann Strauss den Nerv des Publikums trafen. «Strahlender Mond» aus Eduard Künnekes «Der Vetter aus Dingsda» und die Zugabe «Frühling in San Remo» aus Fred Raymonds «Maske in Blau» schenkten dem Publikum Operetten-Nostalgie. Amelia Scicolone bezauberte als Operetten-Diva mit Schmelz und Charme.

Dies sind eben Ingredienzien, die zu einem Neujahrskonzert gehören. Wie eine Prise Dreivierteltakt, Ouvertüren-Spritzigkeit, einen feurigen Primás und mit Faurés «Pavane» und Chatschaturjans «Masquerade» geschmeidige Ohrwürmer, die Harald Siegel gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern des Stadtorchesters zu einer schäumenden Melange mischte.

Mit Otto Nicolais Auftakt zu «Die lustigen Weiber von Windsor» und jener von Franz von Suppé zu «Fatinizza» kamen spritzige Ouvertüren zu Ehren, zeugten davon, wie motiviert das Stadtorchester unter dem Taktstock von Harald Siegel spielt. Nachdem mit dem «Frühlingsstimmenwalzer» der berühmteste Vertreter der Strauss-Dynastie zum Klingen kam, schenkte die Polka «Feuerfest von Joseph Strauss ein Schmunzeln. Josef Strauss komponierte die Polka 1869 anlässlich des Verkaufs des 20'000. eisernen Tresors der Firma Wertheim, der seine Produkte als «feuerfest» bewarb. Amüsantes Detail: Mit Oliver Ege schwang ein Musiker die beiden Hämmer, der im Berufsalltag als Banker arbeitet und mit seiner gleichsam humoristischen und rhythmischen Soloeinlage viel Applaus erntete.

Wie auch der populäre Radetzky-Marsch von Johann Strauss Vater. Er garantierte ein schwungvolles Finale, so wie alle Neujahrskonzerte des Stadtorchesters Solothurn endeten, inklusive Standing Ovations.

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