Für die Stadt Solothurn ist klar: Die Altstadt ist ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Und diese muss geschützt werden. Nicht nur, wenn es um die Häuser geht. Sondern auch auf den Plätzen davor. Deshalb soll dort nun Schluss sein mit dem bisherigen Wildwuchs an Stühlen, Tischen und Sonnenschirmen. Neu soll die Solothurner Altstadt stilvoller daher kommen. Die Stadt Solothurn begründet diese neuen Regeln damit, dass «bei schlechter Gestaltung und Materialwahl» die «Qualität der öffentlichen Räume» beeinträchtigt werden könne.

Zu diesem Zweck hat die Stadt Solothurn einen so genannten «Möblierungsleitfaden» erlassen. Dieser regelt im Detail, was die Restaurants und Läden nach draussen stellen dürfen und was nicht. Verboten sind unter anderem Kunststoffmöbel, grelle Farben oder Werbung auf Sonnenschirmen, Bodenveränderungen und Werbung für dritte.

Beizer sind nicht begeistert

Eine ähnliche Regelung sorgte in der Stadt Zürich vor einiger Zeit für grossen Widerstand der Wirte. Auch in Solothurn stossen die neuen Vorschriften nicht bei allen Beizern auf Begeisterung: «Mir wäre nicht aufgefallen, dass es einen extremen Wildwuchs bei Sonnenschirmen, Stühlen und Tischen gegeben hätte», sagt Annamarie Brun, Geschäftführerin des Restaurants Kreuz, zur az. «Zudem ist es langweilig, wenn nachher alles gleich aussieht.» Deshalb zeugten die neuen Vorschriften von einer «Reglementitis» der Stadt, sagt Brun.

Bei der Solothurner Stadt- und Gewerbevereinigung hingegen stossen die Massnahmen grundsätzlich auf positive Resonanz: «Wir begrüssen, dass eine gewisse Ordnung in die Solothurner Altstadt kommt», sagt Geschäftsführer Willy Reinmann auf Anfrage der az. So habe es bisher zum Beispiel sehr knallige Sonnenschirme gegeben und solche mit Werbung. «Das hat dem Image unserer Barockstadt sicher nicht entsprochen», sagt Reinmann. (mäd)