Voliere Solothurn
Beitrag aus Lotteriefond ermöglicht Umbauten in der Vogelstätte

Martin Flury kümmert sich gemeinsam mit zwei Wärtern um die Pflege der 150 bis 200 exotischen Vögel in der Voliere Solothurn. Für die Innensanierung der Voliere wurden vom Lotteriefonds des Kantons 20 Prozent der Kosten übernommen.

Lea Schreier
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Seit 15 Jahren kümmert sich Volieren-Obmann Martin Flury um die bis zu 200 Vögel in der Voliere.
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Graupapagei Chico ist auf Martin Flurys Schulter gelandet. Nun versucht dieser, auch Chicos Kollegen herbeizupfeifen.
Die Voliere liegt im malerischen Chantier-Park
Die Voliere ist ein beliebtes Naherholungsziel
Die Nymphensittiche sind in der Voliere gut vertreten
Für die verspielten Papageien gibt es genug Möglichkeiten zum Herumturnen
Vogelvolière in Solothurn.
Chico hats auf Martin Flurys Ohr abgesehen

Seit 15 Jahren kümmert sich Volieren-Obmann Martin Flury um die bis zu 200 Vögel in der Voliere.

Wolfgang Wagmann

Chico, der 30-jährige Graupapagei, sitzt auf den Schultern von Martin Flury, knabbert manchmal an seinem Ohr und gibt undeutliche Laute von sich. Er kann aber auch anders, wie Flury lachend erzählt: «Einmal fluchte ich in Chicos Gehege – und bekam prompt eine konkrete Antwort.»

Die beiden Herren gehören hier in der Voliere Solothurn praktisch zum Inventar. Flury ist seit bald 15 Jahren Obmann, obwohl er das Amt nach dem Tod seines Vorgängers eigentlich nur für ein paar Wochen übernehmen wollte. Er kümmert sich gemeinsam mit zwei Wärtern um die Pflege der 150 bis 200 Vögel, zu denen auch Chico gehört.

Das tägliche Füttern und Putzen nimmt nicht nur viel Zeit in Anspruch – es kostet auch einiges. Die Ornithologische Gesellschaft Solothurn, die für den Unterhalt der Voliere zuständig ist, kann auf die finanzielle Unterstützung der Einwohnergemeinde Solothurn und der Regio Energie zählen. «Wir sind sehr auf Sponsoren angewiesen, ohne ginge es nicht», betont Vereinspräsident Ernst Inäbnit. Denn die Voliere wird zwar – vor allem im Sommer – rege von Familien besucht, doch dies bringt aufgrund des kostenlosen Zutritts keine Einnahmen.

Eine neue Futterküche

Aus diesen Gründen hat die Ornithologische Gesellschaft Solothurn für die notwendige Innensanierung der Voliere um einen Beitrag aus dem Lotteriefonds des Kantons Solothurn ersucht. 20 Prozent der Kosten, 6874 Franken, wurden übernommen. «Als Erstes haben wir nun die Futterküche umgebaut», erklärt Volierenobmann Flury. Dies sei sehr wichtig gewesen, damit der Hygienestandard gehalten werden konnte. «Die Tierschutzvorschriften werden heutzutage immer strenger», so Flury. Die neue Küche sei heller, biete mehr Stauraum und sei so für die Versorgung der Ziervögel, welche je nach Art unterschiedliche Futtermischungen erhalten, ideal.

Auffangstation für verletzte Vögel

In einem weiteren Schritt sollen auch die zwölf Kojen saniert werden. In diesen zimmergrossen Bereichen hausen die Vögel. Von aussen kann man sie durch ein Gitter hindurch beobachten. Dass die Tiere hier gefangen gehalten werden, passt einigen Besuchern nicht. «Sie sind der Meinung, dass die Vögel in die Freiheit gehören», sagt Flury und fährt fort: «Ich versuche jeweils, ihnen zu erklären, dass es sich um exotische Sorten handelt.» Die Wellensittiche, Kanarienvögel oder Papageien hätten in der Natur hier kaum Überlebenschancen.

Die Voliere kauft auch keine Vögel. Sie übernimmt oder bekommt sie häufig von Züchtern, die Überschuss haben oder die Tiere aus anderen Gründen nicht mehr möchten. «Oft bringen mir auch Wildhüter oder Privatpersonen verletzte oder geschwächte Vögel», berichtet Flury. In der Voliere werden diese aufgepäppelt und anschliessend wieder freigelassen.

Die vorübergehenden Gäste haben häufig spezielle Essenswünsche. «Wenn ich zum Beispiel einen Kauz hier habe, besorge ich ihm eine Maus als Gaumenschmaus», so der Vogelliebhaber schmunzelnd. In der Voliere pflanzen sich einige der Vögel fort. So kann Flury auch ab und zu Tiere verkaufen, was wiederum etwas Geld einbringt. Nur die Papageien sind unverkäuflich. Chico, der Graupapagei, scheint sich seines Werts bewusst zu sein und plappert munter weiter.

Die Ornithologische Gesellschaft Solothurn lädt am 6. Juni von 10.30 bis 14 Uhr zur Besichtigung und einem Apéro ein.

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