Wetterbilanz

Beim Wetter zeigt sich mehr als ein Silberstreif am Horizont

Fronleichnams-Schauspiel auf dem Weissenstein – oder ein Zeichen für die neue Bahn?

Fronleichnams-Schauspiel auf dem Weissenstein – oder ein Zeichen für die neue Bahn?

Der Mai setzte ein düsteres Ausrufezeichen hinter einen Frühling, der keiner war. Viel zu kühl und mit dem regnerischen Endspurt auch zu nass fällt die Bilanz des Wonnemonats aus. Die Modelle für die kommenden Tage zeigen eine erfreuliche Nachricht.

Bis in die Morgenstunden des 31. Mai war der Monat mit gut 100 Litern Regen pro Quadratmeter noch leicht unter dem langjährigen Mittel gelegen. Doch dann fielen innert 36 Stunden allein in Solothurn respektable 100 Liter zusätzlich. Und bei den Temperaturen gabs mit 12,5 Grad den kühlsten Mai seit 20 Jahren - normal sind 15 Grad, und vor zwei Jahren waren es satte 16,1 gewesen! Das Schlimmste aber war nach den sonnenarmen Monaten April und März das Dauergrau auch im Mai: Nur drei Tage blieb es mehrheitlich sonnig.

Wenigstens kein Bodenfrost

Gingen am 1. Mai wenigstens noch Umzug und Reden trocken über die Bühne, war es tags darauf schon ziemlich nass. Relativ passabel zeigte sich das erste Mai-Wochenende, und bis zum Auffahrtstag (9. Mai) gabs einige relativ warme, trockene Tage - es sollte die «schönste» Phase des Monats gewesen sein. Die Eisheiligen zwischen dem 12. und 15. Mai waren zwar nicht ausgesprochen kalt, und die um diese Jahreszeit gefürchteten Bodenfröste blieben völlig aus, aber es waren kühle, trübe Tage mit ständigen Schauern. Das galt auch für Pfingsten, wobei der Pfingstmontag wenigstens trocken und halbwegs sonnig blieb.

Aber es kam keineswegs besser - im Gegenteil: Die letzten zehn Maitage verliefen ausgesprochen depressiv, und zwischen dem 23. und 30. grüsste der «Göiferlätsch» fast jeden Morgen mit einem «Schümli» Schnee ins Mittelland hinab. Ausgesprochen nass wars am 29. Mai; der darauf folgende Fronleichnamstag blieb wechselhaft - dafür zeigte sich abends mehr als eine Stunde lang ein wunderschöner Regenbogen über Solothurn. Auftakt zum ganz nassen Finale eines Monats, der für die Badi oder Institutionen wie die Hafebar fast einem Nullsummenspiel gleichkam.

Der Juni kann noch vieles retten

Der miserable Frühling bedeutet keineswegs, dass es in diesem Stil weitergehen muss und der Sommer chancenlos bleibt. So war beispielsweise der Mai 2003 ebenfalls ziemlich trübe verlaufen, ehe dann der «Jahrtausendsommer» im Juni flott Fahrt aufgenommen hatte. Nicht gerade von dieser Qualität, aber um Welten besser als in zuletzt zeigen die Modelle die nächsten Tage doch unter Hochdruckeinfluss und zunehmend wärmer. Der Druck verflacht zwar wieder, und vorerst spielt die Bise Spielverderber, aber insgesamt verheisst die Grosswetterlage doch eher Sommer ohne den bisherigen Mix von Frühherbst und Spätwinter.

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