Sonntag, 13.45 Uhr. Die grosse Anzeigetafel an der Rötistrasse weist für die beiden Altstadtparkhäuser immer noch je über 100 freie Parkplätze aus. Doch in der Innenstadt herrscht schon reges Treiben, Familien flanieren herum. «Wir haben schon recht viel Kundschaft gehabt», kann Urs Jeger in seinem Kolonialwarenladen rapportieren, und tatsächlich sind einige Geschäfte gut besucht. Den Eindruck einer belebten Stadt hatte auch Willy Reinmann, Geschäftsführer der Stadt- und Gewerbevereinigung: «Vor allem sahen wir im Parkhaus auch Berner, Schwyzer und andere ausserkantonale Autonummern.»

«Das Ganze muss wachsen»

Insgesamt beurteilt Reinmann den zweiten Sonntagsverkauf als «mässig bis gut», aber auf jeden Fall besser als den Ersten am 3. April. «Diesmal kamen auch andere Branchen mehr zum Zug als im Frühling.» So habe sich das Gros der sehr zufriedenen Geschäfte im Bereich Mode und Schuhe befunden und beim Top-Trio handelte es sich durchwegs um Kleiderläden. «Sie profitierten offensichtlich vom Saisonwechsel auf den Herbst.» Doch von einem eigentlichen (Vor)-Weihnachtseinkauf sei noch kaum etwas zu spüren gewesen, sieht man vielleicht vom Dekor-Bereich ab, in dem die Nachfrage aus Angst, irgendwelche Neuheiten nicht mehr zu bekommen, jeweils recht früh einsetzt. Denn für die Deko-Beschaffung sind die beiden offenen Adventssonntage am 11. und 18. Dezember eher zu spät.

Weihnachten war offensichtlich noch zu weit weg war für den eigentlichen Geschenkekauf, denn auch der Spielzeuganbieter Bohnenblust war nur in der Kategorie der mässig zufriedenen Geschäfte zu finden. Neben den glücklicheren Schuh- und Modeläden wie Vögele Shoes oder H&M gehörten neben einigen Spezialgeschäften auch das Warenhaus Manor zur «zufriedenen Kategorie». Nicht aber Manor Food, der wie der andere grosse Foodanbieter, Coop Westring, von einer eher geringen Nachfrage berichtete. Reinmann hatte immerhin Feedbacks von 36 der 39 mitmachenden SGSO-Geschäfte erhalten, wobei eindeutig die ernüchterndsten Aussagen die etwas abseits liegenden Anbieter in der Vorstadt oder in einer Nebengasse lieferten. Doch kann der Geschäftsführer auch relativieren: «Im Spielzeuglädeli Müggli in der Hinteren Gasse sagte man mir, es habe viele interessante Kontakte mit flanierenden Leuten gegeben. Und überdies sei man aus Solidarität bei der Ladenöffnung dabei gewesen.» Denn eines ist für Willy Reinmann ohnehin klar: «Das Ganze muss zuerst wachsen.»