Kofmehl
Beim «Final Countdown» kochte im Kofmehl die Stimmung

Europe rockten am Samstag die Kulturfabrik Kofmehl getreu dem Motto «Rock the Night». Die Hardrockband hatte in den 80er-Jahren mit Hits wie «Carrie» und «The Final Countdown» Weltbekanntheit erlangt.

Beatrice Kaufmann
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Konzert der schwedischen Band Europe in Kofmehl
19 Bilder
Bassist John Levén und Joey Tempest
Die Band wurde 1979 gegründet und hatte 1986 ihren grossen Hit mit «The Final Countdown»
Fans feiern in der 1. Reihe
Das Konzert war ausverkauft.
Warten im Foyer
An der Kasse
Warten auf den grossen Auftritt von Europe
Blick von oben
Konzertbesucher auf der Estrade
Europe-Fans an der Bar
Im Foyer gabs Tshirts und andere Fanartikel zu kaufen
Fanartickel zu verkaufen
Die Vorgruppe StoneRider (USA)

Konzert der schwedischen Band Europe in Kofmehl

Hansjörg Sahli

Beinahe pünktlich, um 21.10 Uhr, begannen Synthesizer-Klänge den Raum im Kofmehl zu durchdringen. Etwas «abgespacet», wie man es von Europe kennt, brachten sie das Publikum ein erstes Mal zum Toben, bevor die Band mit dem eigentlichen Feuerwerk für die Sinne begann.

Der erste Song vermochte der Menge gleich richtig einzuheizen, denn die Liveversion von «Riches to Rags» erwies sich als mitreissend und wesentlich kraftvoller als auf dem Tonträger. Mit den nachfolgenden Stücken, «You’re not Supposed to Sing the Blues» und «Firebox», markierten Europe dann deutlich ihren musikalischen Standpunkt. Dunklere, schwerere, härtere Akkorde haben die hellen Synthesizer-Klänge zurückgedrängt, die die Europe-Klassiker noch verspielt und teilweise hymnenartig hatten klingen lassen.

Europe und das Öufi-Bier

Dem Publikum stand nun eine Band gegenüber, die sich den Herausforderungen in ihrer Karriere gestellt hat und musikalisch gereift erscheint. Das Klang-Repertoire der Rocker hat sich zudem um bluesige Sounds erweitert, was Gitarrist John Norum mit einem eindrücklichen Blues-Solo unterstrich.

Während des zweistündigen Konzertes gaben sich die Bandmitglieder angenehm nahbar. Gerade Sänger Joey Tempest spielte immer wieder mit dem Publikum, liess seine Hände über jene der Fans in der ersten Reihe streifen und bewies, dass er fleissig die wichtigsten deutschen Wörter gelernt hatte. Tosendem Applaus entgegnete er ein «Danke Solothurn» und die regionale Trunkkultur wurde mit den Worten «You have a good beer here. Öufi-Beer!» gewürdigt. Da hat der kofmehlsche Kulturunterricht gute Arbeit geleistet. Überhaupt strahlten die Schweden eine grosse Lockerheit aus und schienen ihren Auftritt zu geniessen. Lediglich Bassist John Levén zeigte sich in seinem Auftreten zurückhaltend.

Beste Stimmung bei Klassikern

Doch trotz des grossen Anklangs, den die neusten Songs fanden, das grösste Gänsehaut-Potenzial dürften noch immer die Klassiker in sich tragen. Die Ballade «Carrie» verwandelte das Publikum kurzerhand in einen einzigen Chor, der mit Power mitsang. Und als Abschluss des Konzertes erklang jene Rockhymne, die Europe 1986 zu ihrem weltweiten Durchbruch verholfen hatte. «The Final Countdown» liess die Stimmung nochmals hochkochen, liess ein letztes Mal Staunen hervorbrechen ob der Fingerakrobatik der Musiker, bevor ein grossartiges musikalisches Erlebnis sein Ende nahm und das Licht auf der Bühne langsam erlosch.