Beinahe pünktlich, um 21.10 Uhr, begannen Synthesizer-Klänge den Raum im Kofmehl zu durchdringen. Etwas «abgespacet», wie man es von Europe kennt, brachten sie das Publikum ein erstes Mal zum Toben, bevor die Band mit dem eigentlichen Feuerwerk für die Sinne begann.

Schwedische Band Europe im Kofmehl

Europe in einer ruhigen Minute

Der erste Song vermochte der Menge gleich richtig einzuheizen, denn die Liveversion von «Riches to Rags» erwies sich als mitreissend und wesentlich kraftvoller als auf dem Tonträger. Mit den nachfolgenden Stücken, «You’re not Supposed to Sing the Blues» und «Firebox», markierten Europe dann deutlich ihren musikalischen Standpunkt. Dunklere, schwerere, härtere Akkorde haben die hellen Synthesizer-Klänge zurückgedrängt, die die Europe-Klassiker noch verspielt und teilweise hymnenartig hatten klingen lassen.

Europe und das Öufi-Bier

Dem Publikum stand nun eine Band gegenüber, die sich den Herausforderungen in ihrer Karriere gestellt hat und musikalisch gereift erscheint. Das Klang-Repertoire der Rocker hat sich zudem um bluesige Sounds erweitert, was Gitarrist John Norum mit einem eindrücklichen Blues-Solo unterstrich.

Europe mit «Superstitious»

Europe mit «Superstitious»

Während des zweistündigen Konzertes gaben sich die Bandmitglieder angenehm nahbar. Gerade Sänger Joey Tempest spielte immer wieder mit dem Publikum, liess seine Hände über jene der Fans in der ersten Reihe streifen und bewies, dass er fleissig die wichtigsten deutschen Wörter gelernt hatte. Tosendem Applaus entgegnete er ein «Danke Solothurn» und die regionale Trunkkultur wurde mit den Worten «You have a good beer here. Öufi-Beer!» gewürdigt. Da hat der kofmehlsche Kulturunterricht gute Arbeit geleistet. Überhaupt strahlten die Schweden eine grosse Lockerheit aus und schienen ihren Auftritt zu geniessen. Lediglich Bassist John Levén zeigte sich in seinem Auftreten zurückhaltend.

Beste Stimmung bei Klassikern

Doch trotz des grossen Anklangs, den die neusten Songs fanden, das grösste Gänsehaut-Potenzial dürften noch immer die Klassiker in sich tragen. Die Ballade «Carrie» verwandelte das Publikum kurzerhand in einen einzigen Chor, der mit Power mitsang. Und als Abschluss des Konzertes erklang jene Rockhymne, die Europe 1986 zu ihrem weltweiten Durchbruch verholfen hatte. «The Final Countdown» liess die Stimmung nochmals hochkochen, liess ein letztes Mal Staunen hervorbrechen ob der Fingerakrobatik der Musiker, bevor ein grossartiges musikalisches Erlebnis sein Ende nahm und das Licht auf der Bühne langsam erlosch.

Das Publikum flippt aus bei den ersten Takten von «The final Countdown»

Das Publikum flippt aus bei den ersten Takten von «The final Countdown»