Ein ehemaliger Zirkuswagen mit gelbem Dach, blauen Fensterläden und der Aufschrift «TrickFilmBüx»: In diesem Trickfilm-Atelier auf Rollen sollte der Ferienpass-Kurs «Trickfilme selber machen» stattfinden.

Aufgrund eines Fahrzeugschadens ging dieser Plan jedoch in die Brüche. Nun findet der Kurs in einem Zimmer des Fegetz-Schulhauses statt. Trotzdem steht er ganz im Zeichen der Bewegung: «Die Kinder lernen hier, bewegte Bilder herzustellen», erklärt Stefan Bächli, Leiter des Kurses.

Er will den Kindern zeigen, dass Filme mit einfachen Mitteln gemacht werden können: Auf den Arbeitstischen liegen Papier, Stifte, Scheren, Leim, Knete, Sand und sogar eine Kiste Lego. Die filmtechnischen Einrichtungen seien bewusst so gewählt, dass sie der kreativen Arbeit möglichst nicht im Wege stehen. «Die Kameras und Computer sind einfach zu bedienen. Auch ohne Vorkenntnisse begreifen selbst die Jüngsten die Vorgehensweise unheimlich schnell.»

Papier-Protagonist

«In meiner Geschichte sitzt ein Mann auf einer Bank und bewegt diese hin und her», erklärt ein Ferienpass-Teilnehmer. Dafür zeichne er den Mann einmal und pause ihn am Lichtpult dann mehrmals ab. Dabei verändere er jedes Mal ein kleines Detail. Wenn alle Bilder gezeichnet sind, werden sie einzeln abgelichtet.

Diese Vorgehensweise nennt sich Zeichentrick. Ein anderer Teilnehmer bevorzugt die Objektanimation: Er formt ein Krokodil und eine Maus aus Knete. «Der Besitzer des Krokodils kauft einen teuren Käse.

Die Maus knabbert den Käse an und das Krokodil erwischt sie dabei», erklärt er den Inhalt seines Filmes. Den nachfolgenden Zweikampf zwischen den Tieren gewinne die Maus.

Abschlussvorstellung

Nach einer Woche kneten, zeichnen und gestalten werden die jungen Animateure mehrere Filme «in der Büx» haben. Mit einer Präsentation dieser Kunstwerke für Eltern und Freunde wird die Kreativwoche am Freitagabend enden.

Danach zieht Stefan Bächli weiter. Der 46-jährige Sozialpädagoge beschäftigt sich seit etwa 20 Jahren mit Trickfilmen. Kurse leitet er seit zehn Jahren, meist im Rahmen des Ferienpasses.

2010 hat er die «TrickFilmBüx» gegründet. Mit dem eigenen Atelier unterwegs zu sein, sei besonders schön gewesen. «Es fühlte sich an, als hätte ich mein Zuhause immer dabei.» Allerdings sei das Reisen mit dem Zirkuswagen und einem Höchsttempo von 30 km/h auch anstrengend gewesen. Das Filmmaterial in Kisten verpackt mit dem
Auto zu transportieren – wie er es jetzt tue – , sei deutlich bequemer.

Die nächste Station des Trickfilm-Ateliers ist Burgdorf. Auch dort warten Ferienpass-Kinder darauf, in die Welt der Animations- und Trickfilme eingeführt zu werden.