Solothurn
Bei Helene Fischers «Atemlos» gings leicht fiebrig zu und her

Das Handharmonika Orchester Solothurn hat am Konzert- und Theaterabend im Konzertsaal Solothurn das zahlreich erschienene Publikum überzeugt.

Mark A. herzig
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Die Musizierenden des Handharmonika Orchesters Solothurn präsentierten am Jahreskonzert mit ihrem Repertoire eine breite Vielfalt.

Die Musizierenden des Handharmonika Orchesters Solothurn präsentierten am Jahreskonzert mit ihrem Repertoire eine breite Vielfalt.

Thomas Ulrich

Tanz ist die Umsetzung von Musik in Bewegung, schreibt das Handharmonika Orchester Solothurn (HOS) in der Einladung zum diesjährigen Konzert- und Theaterabend. Und viele Finger müssen akkurat über die Tasten tanzen, um Musik zu machen, die in Bewegung versetzt. Dies gelang dem HOS und seiner Jugend Akkordeon Gruppe (JAG) unter der Leitung von Susanne Weber an diesem Abend, durch den Martina Ruh führte, ausgezeichnet.

Mit Michael van Boxels Discofieber eröffneten die jungen Musikanten den Konzertabend. Und leicht fiebrig ging es bei den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer sogleich weiter mit Helene Fischer und atemlos durch die Nacht. So, dass die JAG und Rebecca Fahrni, welche die Liedtexte sang, am Schluss ihres Konzertteils feststellen konnten: «What a Feeling», eine Melodie aus Giorgio Moroders Musik zum Film «Flashdance». Ohne Zugabe durften sie die Bühne nicht verlassen.

Grosse Vielfalt

Wie vielfältig Akkordeon und Handharmonika sind, belegte auch der zweite Konzertteil, den das Handharmonika Orchester mit Leroy Andersons «Blue Tango» eröffnete. Ganz anders in der Stimmung dann Händels Ouvertüre und Hornpipe aus der Wassermusik mit Martin Lüthi als Gasttrompeter. Riesenapplaus dankte den Musizierenden.

Die Pavane von Gabriel Fauré, eine ruhige, besinnliche Komposition, bildete quasi die Verbindung zu Dimitri Schostakowitschs wohl meistgespieltem Werk, dem Walzer Nummer zwei aus der zweiten Jazzsuite. Hier führte die neue Vizedirigentin Susanne Bucher den Taktstock.

In Gustav Peters Bravourstück «Erinnerung an Zirkus Renz» spielten Samira de Mena und Gianni Paratore die Xylofons mitreissend und Kurt Neeser diskret das Schlagzeug – ein Dacapo wurde nötig. Wieder anders Hardimanns «Lord of the Dance» und «Mit 66 Jahren» von Udo Jürgens – wahrlich viel Abwechslung. Zum Schluss kehrte das HOS mit Wolfgang Russ› «Brazil» nach Südamerika zurück.

Volkstheater in Reinkultur

Anschliessend liess die HOS-Theatergruppe auch noch die Lachmuskeln der Zuhörenden tanzen. Unter der Regie von Ernst Bigler spielten Agnes Neeser, Erhard und Jonas Anderegg, Reto Imgrüt, Sylvia Huggler und Liliane Eggenschwiler den Einakter «Mary und Joe» von Lukas Bühler. Nach einem Banküberfall flüchtet «Killer-Joe» in eine nahe gelegene Wohnung. Hier wohnt Mary.

Sie erkennt in «Killer-Joe» ihren alten Schulschatz, den Seppli. Mary – früher Meieli genannt – ist hellauf begeistert. Sie hilft ihm unter der Bedingung, gemeinsam mit dem Geld in die Karibik zu flüchten. Wenn da nur nicht die etwas trotteligen Herren Hösli und Schmutz von der Kripo wären. Oder Schwester Elisabeth von der Spitex. Und nicht zu vergessen Frau Biondi, die italienische Putzfrau – früher stand, jetzt liegt sie als Leiche im Weg herum.

Für Irrungen und Wirrungen ist reichlich gesorgt. Situationskomik und allerhand Kalauer, vom Ensemble flott dargebracht und mit Szenenapplaus verdankt, lassen die Zeit kurz werden. Wie üblich, löst sich alles in Minne auf – Meieli-Mary kriegt ihren Seppli-Joe und die Spielleute ihren Schlussapplaus.

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