Athletisches Austoben in Reinform und dies in der Turnhalle. In regelmässiger Folge finden die bewegten «Feel the Move»-Treffs in Solothurn im «Hermesbühl», sowie in Bellach und Biberist statt. Neben zurzeit beliebten «In»-Aktivitäten wie Fussball oder Parkour bestehen Freiräume für alles, was den bewegten Jugendlichen ab der sechsten Schulklasse auf Trab und in Bewegung hält.

1500 Besuche seit 2008

Doch «Feel the Move», wie das 2008 von der Jugendarbeit des Alten Spitals initiierte Angebot heisst, nur als Ventil für jugendlichen Übermut zu betrachten, greift zu kurz – und greift daneben. Projektleiterin Melissa L’Eplattenier ist seit drei Jahren und in der vierten Saison dabei und betrachtet das Angebot aus besseren Gründen als «durchs Band erfolgreich.» Gerade für Jugendliche in diesem Alter sei «Feel the Move» – da kostenlos und frei von Konsumzwang – eine gute Alternative zum sonstigen Partyangebot. Oft kommt dann noch das junge Alter als Zugangshürde dazu. 1500 Besuche wurden seit dem Projektstart vor sechs Jahren registriert, die Jugendlichen stammen grossteils aus angrenzenden Gemeinden, insbesondere aber aus dem Solothurner Weststadt-Quartier. Vor rund zwei Saisons kam es durch einen Generationenwechsel zum Besuchereinbruch, den man aber wieder auffangen konnte.

Jugendliche helfen tatkräftig mit

«Dieses Angebot ist niederschwellig und auf die Bedürfnisse der Jugendlichen zugeschnitten», nennt L’Eplattenier die Erfolgsfaktoren. Zwei Turnhallen helfen mit, die Gruppen an Jugendlichen gut zu verteilen und bieten genügend Platz, um auf spontane Ideen der jungen Menschen zu reagieren. Zudem: «‹Feel the Move› baut auf Partizipation auf.» Konkret können die Jugendlichen beim anlasseigenen Kiosk im Verkauf mitwirken. «Inskünftig werden sie da noch mehr Verantwortung übernehmen und beispielsweise den Einkauf selbst in die Hand nehmen.» Die Erfahrung habe gezeigt: Jugendliche arbeiten gerne an einem Projekt mit, wenn sie selbst auch davon profitieren. Dass das ganze Projekt möglich eigenständig läuft, ist daher auch aus Sicht der Jugendarbeitenden sowohl realistisch als auch wünschenswert. «Wir waren erstaunt, dass sich die Jugendlichen bereits für eine Aufgabe im Folgejahr angemeldet haben.»

Vertrauensbasis herstellen

Dass man sich über so einen Zeithorizont einspannen lasse, sei in diesem Alter eher ungewöhnlich. Allgemein ermögliche das «Feel the Move»-Angebot, gute Beziehungen zu den Jugendlichen aufbauen, «soweit, dass sie am Schluss eines Abends oft vergessen, dass wir Jugendarbeiter sind und uns fragen, ob wir danach auch in den Ausgang mitkommen...» Die vertieften Beziehungen zu den Jugendlichen schaffen auch eine Vertrauensbasis, um sich ernsteren Themen und Sorgen der Jugendlichen zuzuwenden. «Der offene Rahmen ermöglicht auch tiefgründige Gespräche. Das würde nie klappen, wenn man dieses Beratungsangebot explizit auf einen fixen Rahmen einschränken würden», weiss Melissa L’Eplattenier aus Erfahrung.

Soziale Merkmale treten in den Hintergrund

Sieht man von den Dimensionen ab, so lassen sich durchaus Parallelen zwischen sportlichen Veranstaltungen auf der Weltbühne und «Feel the Move» ziehen. Das Völkerverbindende spürt L’Eplattenier nämlich auch im Kleinen: «Sowohl von der Schulbildung, als auch von der Herkunft ist das Publikum breit gestreut.» Und: Diese klassischen sozialen Merkmale treten zugunsten der sportlichen Vorlieben in den Hintergrund. Ergo: Es spielt keine Rolle, woher man kommt, sondern zu welchem Sport man sich gerne bewegt.

Eine Idee mit gutem Ruf

Melissa L’Eplattenier spricht von einem «Bilderbuchprojekt» und einer «Jugendarbeit, die sich sehr sinnvoll verrichten lässt und zudem noch den Gesundheits- und Präventionsaspekt in sich trägt.» Auch spüren sie und ihr Team das Wohlwollen der Behörden. «Es ist eine Idee, die sich leicht verkaufen lässt und einen guten Ruf geniesst. Es gibt keinen Grund, gegen ‹Feel the Move› zu sein.» Ermutigt dies, über eine Ausdehnung auf weitere Standorte nachzudenken? «Sicherlich könnten wir das Angebot noch auf zwei oder drei Gemeinden erweitern», sagt sie. «Ansonsten empfehle ich es einfach jeder Gemeinde, ein solches Projekt in Angriff zu nehmen.» Einstweilen wird sich «Feel the Move» nach der laufenden Saison in Solothurn einen neuen Standort suchen müssen, da der Neubau der Hermesbühl-Doppelturnhalle ansteht. «Wir sind guter Dinge, dass sich ein Alternativstandort findet.» Das «Brühl» stünde bei den Jugendlichen allemal weit oben auf der Wunschliste. «Aber letztlich ist der Ort für sie zweitrangig. Hauptsache Sport.»


Nächster Anlass Samstag, 22. November, 20 bis 23 Uhr. Hermesbühl-Turnhalle.