Ab Herbst könnte sich auf der Sonnenseite der Stadtkirche eine Hügellandschaft erheben; dort wo sich zurzeit noch Holzkamel und Holzelefant Gutenacht sagen. So liegt zurzeit ein Bauprojekt der Stadt öffentlich auf, den unscheinbaren Spielplatz an der Nordringstrasse nicht nur zu sanieren, sondern vollständig aufzufrischen. Unter anderem soll dabei ein unebenes Terrain mit diversen neuen Spielgeräten für die Kleinen für Abwechslung sorgen.
Wobei: Die neue, attraktivierte Spielwiese wird dann längst nicht mehr nur für eine jüngere Kundenschar offenstehen.

Wie die Stadtverwaltung in einer Medienmitteilung schreibt, soll der Platz auch für Jugendliche, Erwachsene und Betagten die Möglichkeit zum Spielen und Verweilen geben. Bei der Planung dieses «Mehrgenerationenspielplatzes» im denkmalgeschützten Stadtpark waren auch unterschiedliche Gremien beteiligt, so das Stadtbauamt, die Denkmalpflege, die Quartierspielplätze, der Seniorenrat, die reformierte Kirchgemeinde, die Sozialen Dienste sowie eine Gemeinderatsvertretung.

Spielgeräte für alle Generationen

In der von der Firma Hänggi Basler Landschaftsarchitektur modellierten Hügellandschaft werden auf verschiedene Altersgruppen zugeschnittene Spielgeräte zu finden sein, darunter ein Murmeltisch, eine Gewichtssäule, Schwinggräser und Wackelschafe, ein Slackline-Seil zum Balancieren sowie weitere Stationen. Die Hügelgestaltung erlaubt zudem einen «barrierefreien» Parcours auch für Kinderwägen oder Rollatoren. Zwei neue Bäume runden die Anlage ab. Die reinen Baukosten des Projekts werden auf 145 000 Franken budgetiert.

Man kann hinter der Erneuerungsabsicht durchaus die «Tugend aus der Not» erkennen. Die Spielgeräte wurden Ende der 90er-Jahre zur Stadtkirche verlegt, nachdem der Amtshausplatz umgestaltet und der dort gelegene Spielplatz aufgehoben worden war. Aber: «Der heutige Spielplatz bei der reformierten Kirche ist unattraktiv und weist Sicherheitsmängel auf», lautet die Bestandesaufnahme von Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamts. Bei einer stadtweiten Bestandesaufnahme im Jahre 2010 zum Sicherheitszustand der drei betreuten Quartierspielplätze und der fünf öffentlichen Kinderspielplätze wurden am Standort bei der Stadtkirche grobe Mängel festgestellt. Bereits nicht mehr an Ort und Stelle ist die freistehende Rutsche.

Spielplatz, «made in China»

Die Initialzündung der Idee stammt von Guda Hess, die für die Quartierplätze verantwortlich zeichnet, sowie von den Sozialen Diensten. Das Konzept der «Mehrgenerationenspielplätze» stammt, wie Lenggenhager auf Anfrage informierte, aus China: «Die ersten Outdoor-Fitnessparks entstanden in China bereits vor rund 20 Jahren - dies im Gedanken der traditionellen chinesischen Medizin, den Körper zu trainieren.» In der Westschweiz sei diese besondere Form des Spielplatzes bereits etabliert. Gegenüber dem heutigen Spielplatz, der ohnehin lediglich von jüngeren Kindern genutzt worden sei, biete der «Mehrgenerationenspielplatz» für Solothurn etwas Neues: «Er wäre eine gute Ergänzung zu den übrigen öffentlichen Spielplätzen», so Lenggenhager.