Solothurn
Bei den Kleinen schwingt jetzt ein Neuer die «Chefrätsche»

Urs «Dozi» Schenk übernahm heuer das Amt des Ober-Chinderchesslers von Peter Lendenmann, der rund 20 Jahre die «Chefrätsche» schwang.

Andreas Kaufmann
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Der neue und der alte Ober-Chinderchessler: Urs «Dozi» Schenk (l.)und Peter Lendenmann von der Vorstadtzunft.

Der neue und der alte Ober-Chinderchessler: Urs «Dozi» Schenk (l.)und Peter Lendenmann von der Vorstadtzunft.

Andreas Kaufmann

Jahr für Jahr bereitet er dem immensen Strom an Jungfasnächtlern sowohl wort- als auch sprichwörtlich den Weg: der Ober-Chinderchessler, der die ersten Schritte ins spätere närrische Dasein begleitet. Ab dieser Fasnacht hat der seit rund 20 Jahren lärmende Peter Lendenmann nun die «Chefrätsche» an Urs Schenk weitergegeben. «Von Zeit zu Zeit ist ein Personalwechsel nicht schlecht», findet der 66-jährige Lendenmann.

Er habe sich für dieses Amt gerne zur Verfügung gestellt, sagt indes der 63-jährige Schenk, den man in Solothurn vor allem unter seinem früheren Band-Spitznamen «Dozi» und durch sein langjähriges Engagement in Guggenmusiken kennt. Schon «Dozis» Frau Monika Schenk-Ingold war Anfang der Neunzigerjahre Ober-Chinderchesslerin, übrigens die erste und bisher einzige Frau in dieser Rolle.

Ehrenposten mit Verantwortung

Auf sie folgte Lendenmann, der sich auch heute noch gerne an die erlebnisreiche Zeit in der ersten Reihe der Zipfelmützen erinnert. «Als Zunftmitglied engagiert man sich halt, so wie in jedem Verein.» Dies gilt erst recht, da seine Kinder sich vor 20 Jahren im richtigen Alter für die Chinderchesslete befanden. «Und wenn man den Anlass ein paar Mal gemacht hat, ist es eine leichte Sache», beschreibt er seine Erfahrung.

Obschon: Ganz ohne ist der verantwortungsvolle Ehrenposten nicht, den die organisierende Vorstadtzunft hier jeweils zu vergeben hat. «Allein könnte man das Amt nicht stemmen, und ich wäre ohne Helfer verloren gewesen», sagt Lendenmann und erinnert sich daran, dass früher wie heute Tausende von Jungchesslern mitlärmten. «Und es wird immer besser», sagt Schenk, der einen Aufwärtstrend feststellt: «Es kommen immer mehr an die Chinderchesslete, oft auch viele Väter.» Dies ist umso mehr der Fall, wenn die Eltern schon eine närrische Passion mit sich bringen.

Soweit sich Schenk und Lendenmann erinnern, bereichert die Chinderchesslete seit rund 60 Jahren die Solothurner Fasnacht. Und nicht ohne Stolz betonen die beiden, dass neben den zahlreichen Anlässen, die die Narrenzunft Honolulu jeweils lanciert, die Chinderchesslete von den Vorstadtzünftlern und ihren Helferinnen und Helfern organisiert wird. Zu erkennen sind diese übrigens nicht an einer weissen, sondern an einer roten Mütze, «damit die Leute wissen, wer Ansprechpartner ist», sagt «Dozi».