Solothurn

Bei Chästag-Markttreibenden herrscht gute Stimmung trotz lauem Geschäft

Der 10. Chästag fand bei perfektem Marktwetter statt, aber in abgespeckter Version ohne Viehschau und Alpabzug. Der Publikumsaufmarsch war mit rund 7000 Personen denn auch viel kleiner als sonst.

Der runde Geburtstag des Chästags haben sich die Organisatoren und Markttreibende anders vorgestellt. Doch schlechte Stimmung sollte deswegen nicht aufkommen. «Dann machen wir halt für das 11. Jubiläum einen grösseren Anlass», meint Robert Flückiger, Präsident des Vereins Solothurner Chästag. Er sei froh, dass der Anlass auch trotz Corona durchgeführt werden konnte. Auf den Besucheraufmarsch gab es jedoch grossen Einfluss: Statt wie 2019 mit zirka 20'000 Besuchern wurden heuer um die 7000 gezählt.

Mit dem Markt vom letzten Jahr hatte der diesjährige nicht mehr viel gemein: Der «gesellige» Teil fällt weg. Es gibt keinen Umzug, keine Viehschau und die Essensstände sind in einem abgesperrten Bereich, eintreten darf nur, wer seine Kontaktdaten abgibt: Contact Tracing ist hier das Stichwort. Der Chästag findet dieses Jahr auf dem Kreuzackerplatz statt.

OK-Präsident Robert Flückiger zum Start des Solothurner Chästags 2020: «Es sind die gleichen Stände, die sonst auch am Chästag sind»

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Die Markttreibende sind froh um den Anlass

Von diesen Bedingungen liessen sich die rund 36 Markttreibende nicht abschrecken. So auch Aldo Mann. Der Beerenproduzent aus Selzach ist ebenfalls auf dem Wochenmarkt in der Altstadt zu finden. Dass der Chästag stattfindet, sei gut, da es dieses Jahr viel weniger Märkte gibt, wie während anderer Jahre. Die Absperrungen, der Abstand und das Desinfektionsmittel sei für ihn schon fast Normalität.

Unweit von seinem Stand erklärt Josef Fluri aus Mümliswil, der Produkte aus der Käserei Reckenkien verkauft, dass es für ihn klar war, dass er dieses Jahr wieder mit dabei ist. Dieses Jahr sei auch für ihn das 10. Mal: «Es geht nicht nur darum, dass wir jetzt gross Gewinn machen, sondern, dass wir einfach raus kommen und wieder Leute treffen», erklärt er.

«Der Chästag ist einfach das Höchste»: Das sagen Standbetreiber vom Solothurner «Chästag light»

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Wie lief das Geschäft dieses Jahr in Solothurn? Warum sind sie überhaupt gekommen? Werden Sie nächstes Jahr wiederkommen?

Weiter Richtung Röti-Brücke, verkauft die Dorfchäsi Hofer aus Aarwangen Fondue. Der geschmolzene Käse wird direkt aus dem Caquelon den vorbeispazierenden Besuchern angeboten. «Wir sind schon das fünfte Mal hier und das Angebot haben wir dieses Jahr nicht angepasst», erklärt Martina Hofer. Was dann zum Schluss rausspringt, kann sie nicht abschätzen. Auch sie ist einfach froh, dass der Anlass stattfindet.

Die 36 Stände am Solothurner Chästag 2020:

Doch nicht nur langjährige Chästag-Markttreibende waren am Donnerstag mit von der Partie. Hans Aschwanden aus dem Kanton Uri hat zum ersten Mal seinen Bergkäse auf dem Markt in Solothurn angeboten. Er ist begeistert von der Kulisse, nächstes Jahr würde er gerne auch wieder kommen. Einen Markt muss man für drei Jahre ausprobieren: «Wenn es dann nicht läuft, dann muss man es sein lassen», erklärt er.

Dieses Jahr sei jedoch nicht repräsentativ: Wenn es jetzt nicht läuft, dann darf man das nicht überbewerten. Gerade neben der Kreuzackerbrücke kann man Emmentaler aus dem Berner Oberwil bei Büren probieren. Jakob Beer ist schon das neunte Mal dabei und auch wenn dieses Jahr weniger Leute vorbeikommen als sonst, betrübt ihn das nicht: Jetzt hat er dafür mehr Zeit, um mit den Kunden zu plaudern. Er habe sich schon Gedanken gemacht, ob er überhaupt kommen will, nicht aus geschäftlichen, sondern aus gesundheitlichen Gründen.

Der Essensbereich blieb weitgehend leer

Da dieses Jahr die Käse- und Lebensmittelstände in den Mittelpunkt gerückt wurden, fielen die Essensstände eher stiefmütterlich aus. Eine schnelle Bratwurst konnte man sich nicht holen, denn zuerst musste man sich anmelden und sich schon im Eingangsbereich entscheiden, was man essen will. «Dieses Mal lief es wirklich nicht gut», meint Rolf Streun.

Er ist mit seinem Glacestand gekommen und hatte bis zum späten Nachmittag nicht viel zu tun. Deswegen will er aber keinen Trübsal blasen: «Nächstes Jahr wird es hoffentlich wieder besser.»

Bruno Meyer, Vize-OK-Präsident und Verantwortlicher Markt, erklärt, wie der Take-Away-Bereich am Chästag 2020  funktioniert

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Wer etwas zu essen oder zu trinken kaufen möchte, muss dies in einem Take-Away-Bereich tun. 100 Personen werden reingelassen, jede muss sich registrieren.

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Autorin

Judith Frei

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