Freitagsgalerie Solothurn
Begegnung mit einem der bekanntesten Künstlerpaare

Die Freitagsgalerie Solothurn zeigt bis im Juni eine kleine Auswahl an Arbeiten von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely.

Eva Buhrfeind
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Die morbide Fledermaus. Eine der früheren Arbeiten von Niki de Saint Phalle.

Die morbide Fledermaus. Eine der früheren Arbeiten von Niki de Saint Phalle.

Eva Buhrfeind

Es ist sicher eines der bekanntesten Künstlerpaare, die nicht nur eine Lebens-, sondern auch eine intensive und gleichberechtigte Arbeitsgemeinschaft verband, sei es miteinander oder mit anderen Künstlern.

Einerseits Jean Tinguely (1925–1991) mit eigenem Museum in Basel, der Schweizer Bildhauer, Maler und Meister von fantasievollen kinetischen Objekten, deren Originalität bis heute wirkt. Ein Künstler, der mit seiner unterhaltenden Maschinerie mit den Betrachtenden kommuniziert und der seine Ideen in Zeichnungen, Collagen und Skizzen vielschichtig formulierte.

Andererseits Niki de Saint Phalle (1930–2002), die hauptsächlich mit ihren leuchtend bunten Polyester-Plastiken und allen voran den Nanas populär geworden ist. Und so sind denn auch die in der Freitagsgalerie in Solothurn angebotenen Werke aus verschiedenen Privatbesitzen vor allem ein Erinnern an die beiden grossen Kunstschaffenden.

Die unverkennbaren Zeichnungen und vielschichtigen Skizzen, in denen sich die ganze Kreativität Jean Tinguelys zu einem Kaleidoskop verdichtet oder die er mit anderen Künstlerfreunden in fantasievoller Spontanität schuf. Oder das kleine Objekt mit Föhn und Feder, ein kleiner allegorischer Spass von 1990. Die «Nana» in Kleinformat ist ebenso vertreten wie als entsprechende Vase oder Kopf, die Jasskarten mit den tarotartigen Motiven, ihre farbfröhlichen, etwas naiv wirkenden, illustrativen Zeichnungen.

Doch dann überraschen Arbeiten, an die man sich so nicht erinnert. Eine Collage Tinguelys auf einer flachen Verpackungsschachtel, die sich wie ein Altarbild öffnet. Und die «Fledermaus» von Niki de Saint Phalle, aus ihren frühen Zeiten um 1960. Eine Assemblage aus Plastiktierchen, Spielzeugfliegern, -fahrzeugen und -figuren, die sich – eingebettet in Fledermausgestalt mit ausgebreiteten Flügeln und dem kleinen Tierschädel – wie eine mittelalterliche Allegorie betrachten lässt. Morbid, düster wandelt sich ihre private Ikonographie der Fundstücke zu einer konkreten, gesellschaftlichen Aussage, die noch nichts von der kurze Zeit später folgenden farbigen Üppigkeit ahnen lässt.

Bis 20. Juni. Offen jeweils freitags 16–20 Uhr.