Stadt Solothurn

Beeindruckender Auftritt des Konzertchors - Das war das «Magnificat»

Der Konzertchor in Aktion.

Der Konzertchor in Aktion.

Die Musik von Rutter, Ravel und Cimarosa erklang im Konzertsaal. Der Konzertchor der Stadt Solothurn begeisterte das Publikum.

Als brillant und heiter feierte das Publikum die zweifache Aufführung des Jahreskonzertes am Wochenende im Konzertsaal. Gleichermassen einprägsam gefielen das Klavierkonzert G-Dur von Maurice Ravel, das siebenteilige Magnificat des englischen Komponisten John Rutter und eine thematische Kurzpartitur zum gleichen Thema von Domenico Cimarosa.

Auftakt mit Cimarosa-Partitur

Die Worte aus dem Bibeltext Lukas 1, 46-55, «Magnificat anima mea dominum» (Meine Seele erhebt/preist den Herrn) haben viele Komponisten – allen voraus Johann Sebastian Bach – zu glanzvollen Tonschöpfungen bewegt. Sie alle behandeln in lateinischer Sprache die freudevolle und doch demütige Antwort von Maria, der Erzengel Gabriel die bevorstehende Geburt des Gottessohnes Jesus angekündigt hat. Der Opernkomponist Cimarosa (1749–1801) hat daraus eine festliche, kurze Partitur geschaffen, die in ihrer Tonsprache, etwas einfach ausgedrückt, einer Spätblüte der Wiener Klassik entspricht. Damit gestaltete der Konzertchor, seit 18 Jahren geleitet von Adalbert Roetschi, den feierlichen Konzertauftakt. Instrumental glanzvoll, aber akustisch zurückhaltend eingefügt die rund
40-köpfige Philharmonie Baden-Baden, die in ihrer vielfältigen Instrumentierung und hingebungsvollen Begleitung während des gesamten Konzertes ausserordentlich gefiel.

Kaum endender Beifall

Weltweit bereits auf sich aufmerksam gemacht hat der englische Komponist John Rutter ( geb. 1945), der den Bibeltext – ergänzt mit dem englischsprachigen Gedicht «of a rose, a lovely rose» – als sieben, gedanklich geschlossene Partiturteile in Musik umgesetzt hat. Der mit mehr als 70 Sängerinnen und Sängern beteiligte Konzertchor gestaltete interpretierend die Worte, die das Publikum im Textheft mitlesen konnte. Die berührende, in grossen Linien angelegte Klangpracht entstand im Zusammenwirken mit dem Orchester, das mit teils solistisch stimmungsvollen Instrumentalfarben mal ein machtvolles, mal eine zart-lyrisches Gemälde schuf. Auf der Basis der Chorstimmen erhob sich Solosopranistin Ana Maria Labin, die stimmlich funkelnd und doch weich die eingängigen Rutter-Melodien gestaltete. Wer das abschliessende machtvolle «Gloria patri» hörte, spürte deutlich, dass sich Rutter grundlegend mit dem Bach-«Magnificat» auseinandergesetzt und ihm hier eine zeitgenössische Form verliehen hatte. Der Beifall im Konzertsaal zur glücklichen Zusammenarbeit von Orchester und schönstimmigem Chor wollte kaum enden.

Elektrisierender Ravel

Mit einem Peitschenknall lässt Maurice Ravel (1875–1937), den die Musikwelt vor allem aus seinem Boléro kennt, das 25-minütige Klavierkonzert beginnen. Freudig begrüsste das Publikum die hier gut bekannte Pianistin Evelyne Grandy, die beim Auftritt alle Augen mit ihrem blauen Tüllkleid bezauberte. Erst recht fesselte sie aber ihre Zuhörerschaft mit dem 1932 uraufgeführten dreisätzigen Klavierkonzert, das in leichtfüssiger Eleganz mit seinen erstaunlichen polytonalen Harmonien dennoch sogar eine leichte Erinnerung an Mozarts Klarinettenquintett hervorruft. Der insgesamt humoresk-schwungvolle Charakter wird durch das bewegt agierende Orchester mit der gesamten Bläserfamilie, Pauken und Harfe sowie allen Streichern mit Flageoletts und Pizzikati und nicht zuletzt durch rhythmisch klopfende Jazzelemente verstärkt.

Evelyne Grandy beherrschte ihren an virtuosen Umspielungen reichen Part mit grosser Sicherheit. Nach dem 1. Satz «Allegramente» gefiel das melodisch, fast poetische «Adagio assai» im Dreivierteltakt, dem das an musikalischen Einfällen übersprudelnde «Presto» folgte. Für alle Musikliebhaber im Saal und auf der Bühne entstand so ein genussvolles Erlebnis, wofür auch die vielen anwesenden stadtbekannten Persönlichkeiten ihre Begeisterung bekundeten.

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