Energie
Bald soll es Solarstrom vom Ritterquai geben

Die Regio Energie Solothurn plant an der Aare den Bau einer Solarstromanlage. Diese soll rund 100000 Kilowattstunden Strom liefern, was ungefähr dem Verbrauch von 22 Haushaltungen entspricht.

Franz Schaible
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Die Regio Energie Solothurn plant an der Aare den Bau einer Solarstromanlage (Symbolbild)

Die Regio Energie Solothurn plant an der Aare den Bau einer Solarstromanlage (Symbolbild)

«Wir wollen für die Förderung der erneuerbaren Energien ein sichtbares Zeichen setzen», sagt Felix Strässle, Direktor der Regio Energie Solothurn. Dazu ist der Bau einer Sonnenstrom-Anlage beim Firmensitz an der Aare geplant, teilte der städtische Energieversorger gestern mit. «Erneuerbaren Strom wollen wir dort produzieren, wo er auch gebraucht wird, mitten in der Stadt.» Zwar sei die Lage wegen des Nebels im Herbst und im Winter nicht optimal.

Trotzdem soll die Photovoltaikanlage mit einer Flächengrösse von über 1000 Quadratmetern rund 100000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. «Damit könnten etwa 22 Haushalte über ein Jahr lang mit Strom voll versorgt werden», rechnet Strässle vor. Zum Vergleich: Der gesamte Stromverbrauch der Stadt Solothurn beträgt jährlich rund 100 Gigawattstunden. Die neue Anlage würde also einen Tausendstel des Stadtbedarfs abdecken. Auf dem Dach des Fussballstadions in der Weststadt betreibt Regio Energie bereits seit 13 Jahren eine Solaranlage, die jährlich 10000 Kilowattstunden Strom liefert.

Bereits Ende 2012 am Netz

Wo genau die neue Anlage zu stehen kommt, sei noch offen, erläutert Strässle. Die naheliegendste Variante sei das Dach des Firmensitzes in Kombination mit weiteren Möglichkeiten. Modellbilder gebe es noch keine. Das Projekt soll bis im April 2012 ausgearbeitet sein. Danach könnte das Baugesuch publiziert werden. Ein Vorteil von Solaranlagen sei, dass diese rasch realisiert werden können. Deshalb ist er zuversichtlich, dass die Anlage im vierten Quartal 2012 oder spätestens im ersten Quartal 2013 in Betrieb genommen werden kann.

Eine halbe Million Franken

Die Baukosten beziffert Regio Energie auf etwas mehr als eine halbe Million Franken. Die Geschäftsleitung habe die entsprechenden Pläne dem Verwaltungsrat präsentiert, dieser habe die Absicht wohlwollend aufgenommen. Das Aufsichtsgremium werde nach Ausarbeitung der konkreten Pläne abschliessend darüber befinden. «Die Zeichen sind positiv.»

Es sei Ziel, dass die Anlage wirtschaftlich betrieben werden könne. Deshalb sei geplant, dass sich die Einwohner der Stadt Solothurn und der der nahen Region an der Anlage «in geeigneter Form» beteiligen können, verrät Strässle. Denkbar wäre, dass Interessenten Anteilscheine kaufen oder eine Anzahl an Quadratmeter Solarzellen kaufen oder mieten. Ein ähnliches Modell betreibt in der Region die Optima-Solar-Genossenschaft, die im September in Ichertswil ihre erste Photovoltaikanlage in Betrieb nahm.

Genügend Abnehmer?

Strässle ist überzeugt, dass der in Solothurn produzierte Solarstrom auch genügend Abnehmer finden werde. Zwar würde Ökostrom von den Verbrauchern verbal vehement gefordert, vielfach fehle dann aber der Tatbeweis. Dank der Möglichkeit der direkten Beteiligung und dank der Sichtbarkeit in unmittelbarer Nähe sollten genügend Abnehmer gefunden werden können. Unabhängig davon wird die Anlage den Strommix in Richtung erneuerbare Energien positiv beeinflussen.

Einen gewissen PR-Effekt für Regio Energie will Strässle nicht abstreiten. «Unser Projekt ist aber mehr. Wir leisten effektiv einen Beitrag im Bereich nachhaltige Energiewirtschaft.» Als Versorger einer Stadt mit dem Label Energiestadt müsse man eine solche Strategie vorleben.