Baustelle Altstadt
Bald herrscht wieder neues Leben in den Ruinen

Zwei Riesenkrane dominieren die Altstadtsilhouette: Der eine dient dem Totalumbau des Wagner-Teuscher-Hauses zum neuen Sitz der Raiffeisenbank am Kronenplatz, der andere «bedient» die Ende März ausgebrannten Häuser Nr. 54 und 56 an der Hauptgasse.

Wolfgang Wagmann
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Solothurner Zeitung

In ihnen hat der mit dem Umbau beauftragte Architekt Bruno Walter stressige Wochen verbracht, doch nun ist der Start zum Umbau erfolgt: «Wir bauen Stockwerk um Stockwerk wieder auf, und zwar parallel in beiden Häusern im Einklang mit dem Zimmermeister.»

Mehr oder weniger ein Neubau

Stets mit von der Partie war auch die Denkmalpflege, denn nicht immer ist eindeutig, was bleiben soll und was nicht. «Von den alten Balken bleiben so viele wie möglich drin. Ersetzt werden müssen vor allem die oben, die stark verkohlt sind.» Bruno Walter deutet nach oben: «Was jetzt noch drin ist, dient der Stabilität der beiden Häuser.» Trotz des verheerenden Dachstockbrands fanden sich noch alte, bemalte Deckenbretter, innen aber wird es in beiden Liegenschaften doch weitgehend zu einem Neubau kommen – speziell im Haus Nummer 56, wo sogar ein neues Betontreppenhaus eingebaut wird. Im ehemaligen Haus Sperisen wird dagegen das alte Treppenhaus erhalten bleiben, «genauso beide Fassaden mit ihren bisherigen Fallläden», wie Bruno Walter betont. Ersetzt werden jedoch die vom Brand besonders betroffenen Dachlukarnen.

Ein ehrgeiziges Terminprogramm

«Die Geschossigkeit und das Volumen der zwei Altstadtliegenschaften bleiben gleich wie vorher», erklärt der Architekt weiter. Und auch die Nutzung ist in Zukunft fast identisch: Im Haus Nr. 56 wird im Erdgeschoss wieder die nach dem Brand ausquartierte Parfümerie Marrionnaud einziehen, im westlichen Nachbarhaus ersetzt die Modekette Nile – jetzt gleich gegenüber eingemietet –, die vormalige Boutique 54 von Franz Sperisen, die altershalber ohnehin Ende Mai aufgegeben und umgebaut worden wäre. Wie Sperisen wird auch Nile den Keller, das Parterre und das erste Obergeschoss für Lager, Büro und Verkauf belegen.

«Ansonsten werden in den Obergeschossen jeweils neue Wohnungen entstehen», so Walter, «im Haus Nr. 54 werden es insgesamt fünf, im Nachbarhaus sechs Wohnungen sein.» Ganz klare Vorstellungen hat Bruno Walter, was die Bauzeit anbelangt. Der Rohbau sollte bereits Ende Jahr erstellt sein, «an der Fasnacht (in der zweiten Februarhälfte) wird der Kran wieder weg sein. Die Läden möchten im März wieder eröffnen und die Wohnungen können dann ab dem Sommer bezogen werden», ist der Architekt überzeugt. Nach Möglichkeit ständig offen soll der speziell konstruierte und beleuchtetet Durchgang zur Goldgasse bleiben, damit die dortigen Geschäfte nicht isoliert sind.

Was geht im Annahof?

Auch in der ehemaligen Alterspension St.Annahof, die wie die beiden Häuser in der Hauptgasse Urs Rudolf gehört, baut das Architekturbüro von Bruno Walter um. Betroffen davon ist im ganzen Komplex die Liegenschaft Barfüssergasse 7, wo auf jedem der vier Obergeschosse zwei neue, grosszügige Wohnungen entstehen – plus eine neue zusätzliche im Parterre. «Das bestehende Vordach gegen die Weberngasse werden wir zu einer begehbaren Terrasse umbauen», erklärt dazu Walter. Im Weiteren werden an der Westfassade zum Innenhof vier neue Balkone vorgehängt. Alle Wohnungen sollen bereits nächsten Frühling bezugsbereit sein. Nicht verändert wird die Liegenschaft Nummer 9, wo das Geschäft der Goldschmiede Schnider und Hammer wie bisher eingemietet bleibt.

Küche benützt das «Baseltor»

Gelegen kommt die neue Nutzung des Annahofs der Genossenschaft Baseltor. Sie hat die Küche der ehemaligen Alterspension «zu günstigen Konditionen» gemietet, wie «Solheure»-Geschäftsführer Alain Voser bestätigt. «Wir können bei grösseren Anlässen mit Catering unsere Küchen entlasten», so Voser. So sei bekanntlich die Küche im «Solheure» sehr klein und auch die «Salzhaus»-Küche stösst offenbar immer wieder an ihre Grenzen. Bisher hatte hauptsächlich die «Baseltor»-Küche beispielsweise ins «Solheure» geliefert, mit der Küche im Annahof gebe es nun eine Entlastung. Diese wird laut Voser nur punktuell bei Bedarf betrieben; ein Gastroangebot an der Weberngasse ist nicht geplant. Zuvor war von der Küche im Annahof aus auch der Mahlzeitendienst beliefert worden.