Filmtage
Bald heisst es in Solothurn wieder: Film ab!

Die 48. Solothurner Filmtage stehen vor der Tür und versprechen vollen Kinogenuss. Es sind die zweiten Filmtage für Direktorin Seraina Rohrer. Sie hat ein paar Neuerungen in die Tage des Schweizer Films in Solothurn eingebracht: mehr Platz, mehr Präsenz der Jungen.

Fränzi Rütti-Saner
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Das sind die Solothurner Filmtage: Anstehen für einen Kinoplatz. In diesem Jahr ist das Platzangebot grösser.

Das sind die Solothurner Filmtage: Anstehen für einen Kinoplatz. In diesem Jahr ist das Platzangebot grösser.

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Zur Eröffnung der kommenden 48. Solothurner Filmtage, die vom 24. bis 31. Januar stattfinden, feiert der neue Film von Marcel Gisler, «Rosie», seine Schweizer Premiere. Bundesrätin Simonetta Sommaruga wird die Schweizer Filmschau in Solothurn dieses Jahr eröffnen. Erwartet werden an diesem Eröffnungsabend in der Reithalle auch die «Rosie»-Hauptdarsteller Fabian Krüger und Sibylle Brunner sowie Regisseur Marcel Gisler. Nach 13 Jahren Warten ist «Rosie» Gislers neuester Spielfilm. 1999 wurde der Innerschweizer Filmschaffende mit «F. est un salaud» bekannt; zwischen 2003 bis 2007 schrieb er 36 Drehbücher für «Lüthi und Blanc». «Rosie» ist ein warmherziger Film über Familienbande und Verlust, über Literatur und Liebe und über sieben Autofahrten von Berlin nach Altstätten.

Im letzten Jahr gelang es den Solothurner Filmtagen, mit dem «Rencontre» für Marthe Keller und dem Eröffnungsfilm «Dällenbach» von Xavier Koller zwei internationale Schweizer Filmschaffende in die Ambassadorenstadt zu holen. Dieses Jahr sind es der italienisch-schweizerische Regisseur Silvio Soldini und einige seiner Schauspieler, die für internationales Flair sorgen werden. Soldini gilt seit «Pane e tulipani» als «grande regista» des italienischsprachigen Kinos. Die Solothurner Filmtage gewähren einen vertieften Einblick in sein Werk. Als Premiere wird seine neueste Komödie «Il comandante e la cicogna» gezeigt. Soldinis feines Gespür für seine Figuren ist augenfällig. Seine Filme erzählen von der Normalität des Alltags und vom Leistungsdruck in der westlichen Gesellschaft.

Konzertsaal wieder als Spielstätte

Eine Verbesserung für das Publikum der diesjährigen Filmtage ist der wieder in Betrieb genommene zusätzliche Konzertsaal als Spielstätte. Seit 2001 stand dieser Saal mit 450 Sitzplätzen nicht mehr zur Verfügung, jetzt können dort wieder Filme gezeigt werden. Mit der Erweiterung dieses Platzangebotes reagieren die Filmtage auf den grossen Publikumszuwachs der Vorjahre. Damit wächst das Angebot auf neun Leinwände in Solothurn an.

Die 48. Solothurner Filmtage widmen ihr Spezialprogramm «Fokus» dem «Radikalen Kino heute». Als Spezialgast wird dazu der mexikanische Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Carlos Reygadas erwartet. Er präsentiert mit «Post Tenebras Lux» seinen neuesten Film, der dieses Jahr in Cannes mit dem Regiepreis ausgezeichnet wurde.

Mit Rahmenprogrammen, Podien, dem Filmbrunch, aber auch Diskussionsrunden wird der Schweizer Film auch neben den Kinosälen im Zentrum stehen.

Täglich ein Filmbrunch

Neu ist der tägliche Filmbrunch. Vom Freitag, 25. Januar, bis Mittwoch, 30. Januar 2013, findet jeweils von 9 bis 11 Uhr im Barock Café & Bar (Landhausquai 5) dieses zwanglose, spezielle Treffen statt. Ziel ist ein informeller Austausch unter täglich wechselnden Branchenvertretern. Themen an den Diskussionsveranstaltungen sind beispielsweise: die (Über-)Präsenz des Alters im Film, junge Talente oder digitaler Filmkonsum. Grössere Beachtung findet sicher die Diskussion «Nackte Haut im Schweizer Film» vom 28. Januar. Eintritt ab 18 Jahren.

Am Mittwoch, 30. Januar, findet wie bisher die Nacht der Nominationen aller Filmkategorien für den Schweizer Filmpreis 2013 statt, welcher dann am 23. März in Genf verliehen wird. Am Donnerstag, 31. Januar, wird – wie die vergangenen Jahre – der beim Solothurner Publikum beliebteste Film mit dem Prix de Public ausgezeichnet, und die Jury vergibt den Prix de Soleure für einen Film mit «ausgeprägtem Humanismus».

Infos und Programm unter: www.solothurnerfilmtage.ch