Stadt Solothurn
Badi-Zwischenbilanz: Am Wochenende zählt sie fast 5000 Gäste

Der Juni war schon ein guter Monat, doch jetzt gibts für das Badi-Team nur noch Hochbetrieb. Bei schönerem Wetter hat die Badi länger geöffnet und das Personal später Feierabend.

Wolfgang Wagmann
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Schon im Juni gab es einige Tage mit einem grossen Andrang vor der Badi-Kasse.

Schon im Juni gab es einige Tage mit einem grossen Andrang vor der Badi-Kasse.

Wolfgang Wagmann

«So muss es sein, dafür sind wir da.» Chefbadmeister Pascal Prétôt wirkt keineswegs gestresst. Dabei hat seine Badmeister-Crew in der Regel erst gegen 23 oder gar 24 Uhr Feierabend. Denn wenn das Wetter stimmt, ist die Badi bis 21 Uhr geöffnet. Und das Wetter stimmt – Tag für Tag. «Der Juli war bisher ausserordentlich», blickt Prétôt auf Spitzefrequenzen wie am Samstag, 4. Juli, mit 4580 Badegästen und 4850 am darauffolgenden Sonntag zurück.

Zum Vergleich: In den drei geöffneten Maiwochen kamen gerademal knapp 7500 Personen zusammen, die sich an der jungen Badi-Saison ergötzt hatten. Im Juni waren es dann allerdings schon 43 288 Personen, die das Drehkreuz passierten, sodass wohl die Gesamtsaisonfrequenz der letzjährigen schlechten Saison von 88 412 Eintritten inzwischen bereits in Reichweite gerückt sein dürfte. In der mittelmässigen Saison vor zwei Jahren hatten 131 609 Personen die Badi besucht, und auch ein Top-Rest der bisherigen Saison dürfte nicht mehr zum Allzeit-Rekord der «Jahrtausendsommers» 2003 reichen: Damals zählte man sagenhafte 227 753 Eintritte.

Das Flügeli-Problem

«Im Moment merken wir zwar, dass Ferien sind. Viele Leute aus der Region Solothurn sind weg, dafür haben wir mehr Auswärtige.» Auch wenn es wie am Montag etwas kühler und wolkiger sei als «normal», gingen die Frequenzen klar zurück. Eine Regenpause wünscht sich Pascal Prétot nicht gerade herbei, «zwei, drei nächtliche Gewitter pro Woche wären aber schon gut». Gewisse Arbeiten wie das Schneiden der Rabatten könnten wegen des ständigen schönen Wetters kaum mehr ausgeführt werden, ausser vielleicht frühmorgens. «Aber die Hygiene in unserem Schwimmbad ist jederzeit gewährleistet», betont der Chefbadmeister.

Ein besonderes Augenmerk muss die inzwischen blau statt gelb-weiss ausstaffierte Badmeister-Crew auf die Aare richten. Letzte Woche hatte sie abends sogar kurzzeitig die 15-Grad-Marke gekratzt, aber auch die jetzigen 22 bis 23 Grad locken viele Leute in den Fluss, der über mehrere hundert Meter an der Badi vorbeifliesst. Ein Problem seien all die Leute, die auf luftgefüllten Gefährten ausserhalb der gelben Bojenkette Aare abwärts treiben.

Aber auch innerhalb der Bojen sieht Prétôt allerhand Unerfreuliches: «Ich sehe schlechte Schwimmer im Wasser, die sich offensichtlich überschätzen. Und solche, die ihre Kinder mit Flügeli an den Armen mitnehmen.» In den Schwimmbecken seien die ungeeigneten Schwimmhilfen ohnehin verboten, bezüglich Aare «werden wir nächstes Jahr eine Flyer-Kampagne starten».

Denn auch ein Ansprechen solcher unvernünftigen Personen bringe oft nicht das gewünschte Ergebnis. Pascal Prétot leicht resignativ: «Die Leute sind manchmal ziemlich uneinsichtig.» Mit der Disziplin der Badegäste sonst ist der Chefbadmeister jedoch recht zufrieden. Seine Einschätzung: «Wir kommen gut miteinander z Schlag.» Zugenommen hätten in jüngster Zeit Bagatellunfälle wie Prellungen und Platzwunden. «Aber den Krankenwagen haben wir bisher noch nie gehabt.»

Viele essen in der Badi Znacht

Meistens verlassen die Leute auch diszipliniert um 21 Uhr die Badi, etwas Stunk habe es jedoch am 4. Juli gegeben, als die Leute wegen der späteren Show von Oropax trotz schönstem Wetter bereits um 20 Uhr das Areal verlassen mussten. Die Verlängerung bis 21 Uhr freut vor allem Badi-Wirt Ernst Schär: «Viele kommen dann ins Restaurant und essen bei uns gleich noch Znacht.» Gegenüber der letztjährigen schlechtesten Saison überhaupt hat sich auch die Situation in Badi-Beiz total verändert: «Es gibt keinen Tag Ruhe. Und das Personal ist am Limit. Doch jetzt machen wirs. Die Müdigkeit kommt erst, wenn es eine Pause gibt.» Danach sieht es aber für Schär und seine Crew derzeit nicht aus. Die Hitze hat auch das Konsumverhalten verändert. «Menüs muss ich keine mehr machen. Die Leute wollen Leichtes wie Salate oder Birchermüesli. Auch unser Curry läuft super. Und das Erstaunliche ist: Je heisser es wird, desto mehr Kaffee trinken unsere Gäste.»