Der Rohbau des Neubaus des Bürgerspitals Solothurn steht. Wo der Helikopter künftig landen wird, ist aber noch unklar. Ursprünglich war ein Landeplatz auf dem Dach des Neubaus
geplant. Nun will das Hochbauamt einen Landeplatz «Süd» auf dem Boden. Dieser läge näher beim Notfall, so die Begründung der Bauherrin. Somit könne man Patienten schneller behandeln. Gegen diesen Landeplatz «Süd» sind im letzten Sommer jedoch zwei Einsprachen eingegangen.

Die Beschwerdeführer

Die Brüder Dreyfus aus Solothurn besitzen ein Grundstück in Biberist. Mit dem geplanten Landeplatz «Süd» würde der Helikopter ihr Grundstück überfliegen, so die Brüder. Sie befürchten, dass dadurch ihr Grundstück an Wert verlieren könnte.

Das kantonale Hochbauamt hingegen meint, das Grundstück der Brüder würde so oder so überflogen - egal ob der Helikopter auf dem Dach oder dem Landeplatz «Süd» lande. Der Regierungsrat wies die Einsprache der Brüder Dreyfus deshalb ab. Auf Anfrage sagt Robert Dreyfus: «Die Sache ist für uns erledigt». Er und sein Bruder würden die Beschwerde nicht weiterziehen.

Unklar ist, ob die zweite Einsprecherin das auch tut. Es handelt sich dabei um die Versicherung AXA Leben AG. Diese kaufte im März letzten Jahres das Areal Schönrgün in Biberist vom Kanton. Dort will die AXA eine Wohnsiedlung bauen. Die Versicherung befürchtet ebenfalls, mit dem Landeplatz «Süd» würde ihr Grundstück überflogen, was wiederum künftige Bewohner der Siedlung stören könnte.

Daraufhin liess der Kanton ein Lärmgutachten erstellen. Die erforderlichen Grenzwerte würden eingehalten, heisst es im Beschluss des Regierungsrates. Zudem käme es im Monat wohl nur zu knapp drei Helikopterlandungen. Deshalb wies der Regierungsrat auch diese Einsprache ab.

Auf Anfrage hält man bei der AXA fest, man kläre momentan ab, ob man die Beschwerde weiterziehen wird. Weiter schreibt Urban Henzirohs, AXA-Mediensprecher: «Die AXA hatte beim Erwerb des Schöngrün-Areals keine Kenntnisse eines ebenerdigen Helikopter-Landeplatzes.» Deshalb habe man die Einsprache erhoben.

Hochbauamt ist «guten Mutes»

Guido Keune, stellvertretender Kantonsbaumeister, bestätigt auf Anfrage, man verhandle derzeit mit AXA. Er sei zuversichtlich, dass man sich einigen könne. Der Kanton habe der AXA die Pläne des Helikopter-Landeplatzes «Süd» vor dem Verkauf des Schöngrünareals nicht mitgeteilt - obwohl diese zu dieser Zeit erstellt worden seien. Keune: «Mit kurzfristigen Anpassungen muss man bei grossen Bauprojekten wie diesen rechnen».

Beim Hochbauamt sei man aber «guten Mutes». Der stellvertretende Kantonsbaumeister glaubt nicht, dass es wegen der Einsprache zu Verzögerungen kommen könnte. Aber: «Bis im Spätsommer sollten wir uns einigen», so Keune. Ansonsten könnte der Zeitplan für den Neubau des Bürgerspitals Solothurn doch noch unter der Beschwerde leiden.